Marrakesch nach Merzouga: 3 Tage Wüstensafari

Drei Tage Wüstensafari von Marrakesch zum Erg Chebbi und zurück. Auf dieser von Ando Travel organisierten Tour besucht man zahlreiche Sehenswürdigkeiten Südmarokkos und übernachtet schließlich in der Sahara.

Ein Meer aus Sand, ein endloser Horizont und ein atemberaubender Sternenhimmel: Wer seinen Marokko-Urlaub mit einem ganz besonderen Erlebnis krönen möchte, sollte eine Nacht in der Sahara verbringen. Am einfachsten und schnellsten geht das auf einer organisierten Tour, die in der Regel zwei bis vier Tage dauert. Inzwischen bieten sehr viele Reiseagenturen solche Ausflüge an, so dass das Angebot auf Buchungsplattformen wie Getyourguide kaum noch überschaubar ist. Zu den meistgebuchten Touren mit den besten Bewertungen gehört die dreitägige “Wüstensafari von Marrakesch nach Merzouga“, die in diesem Artikel vorgestellt wird.

Wüstensafari Merzouga

Für diesen Artikel wurde im Dezember 2016 an der Reise teilgenommen.

Rundreise zu Sehenswürdigkeiten Südmarokkos

Die Gruppentour verbindet die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Südmarokkos zu einer Rundreise, die auf verschiedenen Wegen von Marrakesch über den Hohen Atlas in die Sahara und zurück führt. Dabei werden im klimatisierten Kleinbus über 1300 Kilometer zurückgelegt. Das ist viel Fahrerei, jedoch ist die Strecke in viele kleine Etappen unterteilt. Der Bus hält regelmäßig an Sehenswürdigkeiten oder imposanten Fotomotiven an und es gibt viele Pausen. Die Größe der Gruppe ist auf 17 Personen beschränkt. Man reist also nicht in einem anonymen Touristentross, sondern kommt unweigerlich in Kontakt mit den anderen. Wer allein unterwegs ist, findet hier schnell Anschluss.

Wüstensafari von Marrakesch nach Merzouga
Dauer 3 Tage
Highlights Ait Benhaddou, Dadès-Tal, Rosental, Todra-Schlucht, Erg Chebbi, Draâ-Tal
Besondere Hinweise Rucksack für Nacht im Wüstencamp, Schlafsack
Bewertung
Kosten 110 EUR pro Person
Buchung Getyourguide

Die Route der Wüstensafari

1. Tag

  • Abfahrt Marrakesch
  • UNESCO-Weltkulturerbe Ait Benhaddou, Mittagessen (2 Stunden Aufenthalt)
  • Ouarzazate, Kasbah Taourirt
  • Rosental
  • Boumalne Dadès, Übernachtung im Hotel

2. Tag

  • Tinghir und Besuch im Oasengarten
  • Kasbah
  • Todra-Schlucht, Mittagessen
  • Tafilalet
  • Merzouga
  • Dromedarritt zum Erg Chebbi in den Sonnenuntergang
  • Übernachtung im Wüstencamp

3. Tag

  • Dromedarritt zurück nach Merzouga in den Sonnenaufgang
  • Frühstück
  • Draâ-Tal
  • Ouarzazate, Mittagessen
  • Marrakesch

Der Höhepunkt der Wüstensafari ist auf jeden Fall die Übernachtung im Wüstencamp. Die Kulisse vor der etwa 150 Meter hohen Sanddüne des Erg Chebbi ist atemberaubend und unvergesslich. Bereits die Fahrt dorthin ist voller Höhepunkte. Sie führt mit dem Hohen Atlas, dem Dadès-Tal, dem Tafilalet, der Sahara und dem Draâ-Tal durch die vielfältigen Landschaftsformen Marokkos.

Wüstensafari nach Merzouga: Ablauf und Organisation

Diese Tour war sehr gut organisiert. Von der Abholung bis zur Rückkehr nach Marrakesch verlief alles pünktlich und wie vereinbart. Das ist nur mit einem relativ straffen Zeitplan möglich. An einigen Sehenswürdigkeiten blieb deswegen nicht besonders viel Zeit für ausgiebige Erkundungen der Umgebung. Die Reiseleiter sprachen Arabisch, Berber, Französisch und ausreichend Englisch. Sie waren sehr herzlich und hatten jederzeit ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Teilnehmer. Souverän lösten sie auch unvorhergesehene Probleme, zum Beispiel einen platten Reifen oder die plötzliche Erkrankung und den Austausch eines Fahrers. Trotz solcher plötzlichen Widrigkeiten entstanden nie Wartezeiten und die Reiseleiter hatten stets alles im Griff. Auch ihr Fahrstil war sicher und machte die teilweise desolaten Straßenverhältnisse erträglich.

Bus in Marokko mit einem Platten

Bei vielen günstigen Wüstentouren fallen im Laufe des Ausflugs versteckte Kosten an. Dies ist bei diesem Ausflug nicht der Fall. Zu Beginn jedes Tages klärte der Reiseleiter sehr transparent über entstehende Kosten auf. Dazu gehört ein lokaler Guide, den man bei Bedarf in Ait Benhaddou in Anspruch nehmen kann. Alle anderen Guides sind im Reisepreis enthalten, ebenso der Transport, die Übernachtungen, Frühstück und das Abendessen. Beim Mittagessen konnte man sich entweder selbst etwas suchen (z.B. in Ait Benhaddou) oder besuchte gemeinsam mit der Gruppe ein Restaurant (z.B. Todra-Schlucht). Wer befürchtet, von einem Souvenirladen in den nächsten gefahren zu werden, kann beruhigt sein. Der kommerziellste Stopp war ein kurzer Besuch bei einer Berberfamilie, die anschaulich die Geschichte und Herstellung ihrer Teppichen erklärte. Als sich dort trotz des interessanten Kurzvortrags kein Interessent für einen ihrer Berberteppiche finden wollte, war niemand enttäuscht.

Praktisches

Um die Wüstensafari genießen zu können, sollte man ein paar Dinge beim Gepäck beachten. Es empfiehlt sich unbedingt, neben dem eigentlichen Gepäckstück auch einen Tagesrucksack mitzunehmen. Darin lassen sich Kamera, Taschenlampe, Snacks, Wasser, Sonnencreme etc. verstauen. Besonders wichtig ist der Rucksack allerdings für den Ausflug in die Wüste, denn am Ende des zweiten Tages steigt man um von Kleinbus auf Dromedar. Das Nötigste, vor allem Wasser, muss auf dem Rücken transportiert werden, der Rest verbleibt im Bus.

Route der Wüstensafari

Weiterhin sollte man sich einen Schlafsack mitnehmen. Boumalne Dadès, wo man die erste Nacht in einem Hotel verbringt, liegt auf fast 1600 Meter Höhe. Im Winter fallen die Temperaturen dort nachts unter null Grad. Auch in der Wüste kann es verdammt kalt werden. Die dicke Kamelwolldecke im privaten Zelt ist für manche nicht warm genug. Der Schlafsack kann im Gegensatz zu den Rucksäcken jedoch am Dromedarsattel befestigt werden. Wer die Tour zwischen Herbst und Frühling macht, wird sich weiterhin über lange Unterwäsche freuen. Zum Reiten auf dem Dromedar sollte man eine lange Hose tragen.

Fazit: Wüstensafari und Busreise zur Krönung des Urlaubs

Die Nacht am Erg Chebbi ist eine Krönung für jeden Urlaub in Marokko und die weite Anreise jeden Kilometer wert. Diese Wüstentour wird nicht umsonst so gut bewertet und kann auf jeden Fall weiterempfohlen werden. Neben den atemberaubenden Eindrücken haben vor allem die souveränen Reiseleiter und ihre zuverlässige Organisation diesen Ausflug zu einem echten Highlight des Urlaubs werden lassen. Für eine dreitägige Tour mit Übernachtung und Halbpension sind 110 Euro ein sehr guter Preis, erst recht, wenn man bedenkt, wie viele Personen in die Durchführung dieser Tour involviert sind.

Wüstentour Merzouga Karawane

Die Wüstensafari wird ganzjährig angeboten. Da es im Hochsommer in Südmarokko sehr heiß werden kann, sollte man zweimal überlegen, ob man die Tour zwischen Juni und August wirklich machen will. Aufgrund der langen Strecken würde ich außerdem davon abraten, Kleinkinder mitzunehmen.

Buchung

Die Wüstensafari von Marrakesch nach Merzouga kann direkt bei Getyourguide gebucht werden. Bei der Buchung kann man bereits seine Hoteladresse für die Abholung in Marrakesch angeben. Die Reiseagentur meldet sich spätestens am Tag vor Tourbeginn und teilt mit, wann der Ausflug beginnt und wie man abgeholt wird.

Wüstensafari von Marrakesch nach Merzouga
Dauer 3 Tage
Highlights Ait Benhaddou, Dadès-Tal, Rosental, Todra-Schlucht, Erg Chebbi, Draâ-Tal
Besondere Hinweise Rucksack für Nacht im Wüstencamp, Schlafsack
Bewertung
Kosten 110 EUR pro Person
Buchung Getyourguide

(Fotos: alle Riad Marrakesch, 2016)

3 comments

  • Vielen Dank für diesen umfangreichen Artikel, der mir bei meiner Urlaubsplanung wirklich sehr hilfreich war. Ich habe vor kurzem an der von Ihnen empfohlene Wüstensafari von Marrakesch nach Merzouga teilgenommen und war überwältigt. Vor allem wegen der langen Fahrzeiten waren meine Erwartungen am Anfang noch gedämpft, aber das war viel unbeschwerlicher als erwartet. Es war eine fantastische Tour. Die Nacht in der Wüste war großartig und hat allein für sich schon alle Strapazen gelohnt. Netter und umsichtiger Fahrer, tolle Organisation und Eindrücke, die man nicht mehr vergisst!

  • Danke für den ausführlichen und sehr hilfreichen Bericht. Ich plane die Tour für meinen Marrakeschurlaub ein. Ich hätte noch eine Frage: nimmt man sein gesamtes Gepäck mit auf die Tour und kann es im Hotel nahe der Wüste dann sicher unterstellen? Oder wäre es besser, es im Riad in Marrakesch zu lassen?

    • Hallo Katrin,

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Du solltest darauf achten, nicht mit unendlich viel Gepäck auf die Tour zu gehen, da ja alle Mitreisenden ihr Gepäck im Minibus unterbringen möchten. Üblicherweise haben die meisten Leute ein großes Gepäckstück (Koffer/Rucksack/Reisetasche) und ein Handgepäckstück dabei. Wenn man mit mehr Gepäck in Marrakesch ist, würde ich versuchen, etwas dort zu deponieren.
      Nachdem man in Merzouga angekommen ist, hat man kurz Zeit, um sein Gepäck umzuorganisieren. Da der Minibus in Merzouga bleibt, kann man dort nicht benötigtes Gepäck einfach im Kofferraum lassen. Den Rest muss man sich dann für den Weg auf dem Dromedar irgendwie umschnallen, dabei hat sich für mich die Kombination aus Tagesrucksack und Schlafsack, den ich am Haltegriff des Dromedars befestige, bewährt. Viel Ausrüstung benötigt man in der Wüste nicht und es ist kein Problem, sich darauf zu reduzieren. Viel Spaß auf der Tour!