Sehenswürdigkeiten in Marrakesch

Marrakesch bietet eine extreme Dichte an Sehenswürdigkeiten. Man kann hier problemlos eine Woche verbringen und trotzdem jeden Tag eine völlig neue Facette entdecken. Die Stadt lebt vom harten Kontrast zwischen dem prunkvollen Erbe alter Herrscherdynastien und dem gänzlich untouristischen Alltag in den Gassen der Medina.

Diese Übersicht der Sehenswürdigkeiten in Marrakesch deckt die gesamte Bandbreite von der feinen Ornamentik in den Palästen über die jüdische Geschichte der Mellah bis hin zum allabendlichen Spektakel auf dem Djemaa el-Fna ab. Wer eine Pause von den vielen Eindrücken braucht, findet in historischen Gärten wie dem Jardin Secret die nötige Ruhe. 

Alle hier beschriebenen Ziele lassen sich wunderbar auf eigene Faust entdecken und zu Fuß erreichen. Wer jedoch Sorge hat, sich im Labyrinth der Gassen zu verlieren, kann sich auch einer organisierten deutschsprachigen Stadtführung anschließen. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei und wartet darauf, entdeckt zu werden.

Die 5 Top-Sehenswürdigkeiten von Marrakesch (Must-sees)

Es gibt ein paar Sehenswürdigkeiten in Marrakesch, an denen man im Grunde nicht vorbeikommt, wenn man in der Stadt ist. Dazu gehören definitiv der Djemaa el-Fna, die Koutoubia-Moschee und die Souks in der Medina. Aber auch ein Besuch des Bahia-Palasts oder der Medersa Ben Youssef sollte auf der To-Do-Liste stehen.

Djemaa el-Fna

Dauer1-2 Std.
Lohnt es sich?Must-see
EintrittNein

Mitten in der Medina liegt der Djemaa el-Fna, einer der eindrucksvollsten Orte Marrakeschs. Auf dem Platz der Geköpften gehören Gaukler und Schlangenbeschwörer sowie Geschichtenerzähler und Akrobaten seit Generationen zum Stadtbild des UNESCO-Weltkulturerbes. Am späten Nachmittag werfen die Garküchen ihre Grills an und die nach gegrilltem Fleisch duftenden Rauchschwaden vermischen sich mit dem Rhythmus der Trommler zu einer Kulisse, die man einmal selbst erlebt haben muss. 

Dieser Ort bietet ein sehr intensives Marokko-Erlebnis. Wenn man auf dichte Menschenmengen empfindlich reagiert, beobachtet man das Spektakel lieber mit etwas Abstand von einer der vielen Dachterrassen aus.

Bahia-Palast

Dauer2 Std.
EmpfehlungMust-see
Eintritt70 DH (Erw.)

Auf über achttausend Quadratmetern zeigt der Bahia-Palast aus dem 19. Jahrhundert die Architektur Marokkos in ihrer opulentesten Form. Über 160 Räume und offene Innenhöfe führen durch eine prachtvolle Anlage, die mit ihren Mosaiken und geschnitzten Decken aus Zedernholz auch als Kulisse des Films Lawrence von Arabien berühmt wurde.

Eine Besichtigung ist Pflicht, wenn man die handwerkliche Präzision maurischer Baukunst aus nächster Nähe sehen möchte. Da der Palast als bekannteste Anlage des Landes gilt und entsprechend viele Touristen anzieht, sollte man jedoch unbedingt direkt zur Öffnungszeit am Morgen kommen.

Medersa Ben Youssef

Dauer2 Std.
EmpfehlungMust-see
Eintritt50 DH (Erw.)

In der nördlichen Medina liegt die im vierzehnten Jahrhundert gegründete Medersa Ben Youssef, die einst größte islamische Hochschule des Maghreb. In der früheren Koranschule lebten bis zu 900 Schüler, um sich mit Rechtswissenschaften und Theologie auseinanderzusetzen. Nach aufwendigen Renovierungen zeigt die Anlage heute filigrane Stuckarbeiten sowie Schnitzereien und Mosaike, die als wichtigste Beispiele marokkanischen Kunsthandwerks gelten.

Ein Besuch der Medersa ist empfehlenswert, wenn man sich für die handwerklichen Details der islamischen Baukunst begeistert. Die Medersa gehört zu den meistbesuchten Orten der Stadt. Es bietet sich ein Kombipaket mit dem direkt danebenliegenden Musée de Marrakech an.

Die Koutoubia-Moschee

Dauer0.5 Std.
EmpfehlungMust-see
EintrittNein

Nur wenige Schritte vom Djemaa el-Fna entfernt ragt das Minarett der Koutoubia-Moschee fast achtzig Meter in den Himmel. Der Turm aus dem zwölften Jahrhundert dient als wichtigster Orientierungspunkt in Marrakesch und gilt als Meisterwerk der maurischen Architektur. Nichtmuslime dürfen das prachtvolle Innere der Gebetshalle zwar nicht betreten, doch die Umrundung der weitläufigen Anlage ist bereits sehr eindrucksvoll. Besonders zum Sonnenuntergang, wenn der rote Sandstein der Fassade leuchtet und der Ruf des Muezzins über die Stadt hallt, herrscht hier eine ganz eigene Stimmung. 

Ein Besuch ist besonders lohnenswert, wenn man die ikonische Silhouette der Stadt fotografieren oder in den angrenzenden Parkanlagen kurz der betriebsamen Hektik der Medina entfliehen möchte.

Die Souks

Dauer1-2 Std.
EmpfehlungMust-see
EintrittNein

Nördlich des Djemaa el-Fna erstrecken sich die Souks von Marrakesch, eines der größten Marktviertel Marokkos. Im Geflecht aus Gassen und Gewölben sind die Marktstraßen traditionell nach Gewerken sortiert, sodass man direkt in den Werkstätten der Kupferschmiede, Wollfärber und Holzschnitzer zusehen kann. Neben dem reinen Warenverkauf finden sich hier versteckte Brunnen, historische Karawansereien sowie kleine Hinterhöfe.

Da der ständige Verkehr von Motorrollern und Eselkarren in den schmalen Gassen sowie die schlechte Luft oft stressig sind, sollte man sich einfach ohne festen Plan treiben lassen. Sobald das hektische Durcheinander zu viel wird, bietet sich eine Pause bei einem Tee in einem der Cafés an oder man kehrt zur Weitläufigkeit des Djemaa el-Fna zurück.

Historische Highlights

Palast El Badi

Dauer1-2 Std.
EmpfehlungOptional
Eintritt100 DH (Erw.)

Südlich der Medina ragen die monumentalen Lehmmauern des El-Badi-Palasts in die Höhe, auf denen heute zahlreiche Störche nisten. Von der einstigen Pracht des Sultans Ahmed al Mansour sind nach der Zerstörung durch spätere Herrscher vor allem gigantische Ruinen und leere Wasserbecken auf einer Fläche von achtzehn Hektar geblieben. Die Anlage wurde im 16. Jahrhundert geplant und zeugt trotz des Verfalls noch immer von den gewaltigen Dimensionen des damaligen Bauvorhabens.

Eine Besichtigung ist empfehlenswert, wenn man eine Pause von der Enge der Medina braucht und die Weite eines historischen Areals ohne die üblichen Touristenmassen genießen möchte. Da es auf dem Gelände kaum Schatten gibt, bietet sich der späte Nachmittag für einen Rundgang an. Der Palast El-Badi liegt auf dem Weg vom Bahia-Palast zu den Saadier-Gräbern und lässt sich gut als Zwischenstopp einplanen.

Saadier-Gräber

Dauer1  Std.
EmpfehlungOptional
Eintritt100 DH (Erw.)

Direkt neben dem El Badi-Palast im Südosten der Altstadt liegt die Ruhestätte der Saadier-Dynastie mit Gräbern von sieben Sultans und zahlreichen Familienmitgliedern. Die Anlage blieb über Jahrhunderte hinweg hinter Mauern verborgen und wurde erst vor gut einhundert Jahren zufällig wiederentdeckt. Besonders der Saal der zwölf Säulen zeigt mit seiner vergoldeten Kuppeldecke und den Marmorstützen die handwerkliche Höchstleistung der arabischen Baukunst des 16. Jahrhunderts.

Es lohnt sich, die Saadier-Gräber zu besichtigen, um die prachtvollen Mausoleen auf engem Raum zu sehen und die geheimnisvolle Geschichte dieser vergessenen Grabstätte zu ergründen. Da das Areal jedoch sehr klein ist und viele Besucher anzieht, muss man an den Durchgängen zu den Grabräumen oft mit Wartezeiten rechnen. Deswegen ist ein Besuch am späten Nachmittag oder in den frühen Morgenstunden ratsam.

Das Maison de la Photographie

Dauer1 Std.
EmpfehlungOptional
Eintritt80 DH (Erw.)

In einem renovierten Riad in der nördlichen Medina zeigt das Maison de la Photographie wechselnde Ausstellungen aus einer Sammlung mit über 8000 historischen Aufnahmen. Die Bilder entstanden zwischen 1870 und 1950 und dokumentieren das Leben in Marokko sowie die Entwicklung Marrakeschs über die Jahrzehnte. Ergänzt wird die historische Sammlung um Werke junger marokkanischer Fotokünstler, die einen modernen Blick auf das Land werfen.

Die Ausstellung ist ein Tipp für alle, die sich für Fotografie und das vormoderne Marokko  interessieren. Da das Museum unweit der Medersa Ben Youssef liegt und über ein Café verfügt, bietet es sich für einen Pausensnack an.

Gärten & Rückzugsorte

Marrakesch kann extrem anstrengend sein. Vor allem in der Medina prasseln so viele Sinneseindrücke gleichzeitig auf einen ein, dass man irgendwann einfach erschöpft ist. Um den Kopf wieder freizubekommen, sind Pausen unverzichtbar – zum Beispiel in den historischen Agdal- oder Menara-Gärten oder in den aufwendig restaurierten Anlagen wie dem Jardin Secret und dem berühmten Jardin Majorelle.

Der Jardin Majorelle

Dauer1-2 Std.
EmpfehlungOptional
Eintritt170 DH (Erw.)

Außerhalb der Medina liegt der Jardin Majorelle, der nach Jahren des Verfalls von Yves Saint Laurent und Pierre Bergé gerettet und in eine Parkanlage umgestaltet wurde. Das Areal ist heute vor allem für sein intensives Kobaltblau an den Gebäuden weltberühmt, das in starkem Kontrast zu den exotischen Pflanzen aus aller Welt steht. Neben dem Garten beherbergt das Gelände auch die Gedenkstätte für den verstorbenen Modeschöpfer sowie ein Museum zur Kultur der Imazighen.

Da der Garten zu den teuersten und am stärksten besuchten Zielen gehört, sollte man Tickets unbedingt vorab online kaufen, um die langen Warteschlangen am Eingang zu vermeiden. Weil der Fußweg vom Djemaa el-Fna aus fast eine Stunde dauert, kommt man am schnellsten mit einem Petit Taxi dorthin.

Jardin Secret

Dauer1-2 Std.
EmpfehlungOptional
Eintritt100 DH (Erw.)

Mitten im belebten Mouassine-Viertel liegt der Jardin Secret in einem Palastkomplex aus dem sechzehnten Jahrhundert, der nach langer Vernachlässigung aufwendig restauriert wurde. Die Anlage gliedert sich in einen exotischen Garten mit Pflanzen aus aller Welt und einen klassischen islamischen Garten, der nach strenger Symmetrie und dem Paradiesvorbild gestaltet ist. Eine Besonderheit ist das historische Khettara-System, das den Garten über unterirdische Kanäle mit Wasser aus dem Atlasgebirge versorgt. Der siebzehn Meter hohe Turm bietet einen weiten Blick über die Dächer der Medina.

Ein Aufenthalt im Jardin Secret bietet sich an, wenn man in der nördlichen Medina unterwegs ist und eine ruhige Pause zum Durchatmen sucht. Dank seiner zentralen Lage ist es viel leichter, ihn in einen Stadtrundgang zu integrieren als den Jardin Majorelle. Wer bereit ist, für den Aufstieg zum Turm extra zu bezahlen, wird mit einem der besten Fotomotive über die Stadtmauern hinweg belohnt.

Die Agdal-Gärten

Dauer2-3 Std.
EmpfehlungBedingt
EintrittNein

Südlich des königlichen Palastes erstrecken sich die Agdal-Gärten auf einer Fläche von mehreren Kilometern und zählen zu den ältesten Parkanlagen Marrakeschs. Die im zwölften Jahrhundert von den Almohaden angelegten Gärten beherbergen geometrisch angeordnete Plantagen mit Granatäpfeln und Orangen sowie Olivenbäumen. Zwei riesige Staubecken bilden das Herzstück der Anlage und dienen seit Jahrhunderten als Speicher für das Schmelzwasser aus dem Hohen Atlas.  

Ein Ausflug zu den Agdal-Gärten bietet Einblicke in die monumentale Größe historischer Bewässerungssysteme und einen Ort, an den sich nur selten Touristen verirren. Die Anlage ist optisch deutlich weniger spektakulär als der Jardin Majorelle oder der Jardin Secret.

Geheimtipps und weniger bekannte Sehenswürdigkeiten

Wenn ich Freunden die Stadt zeige, vermeide ich die überlaufenen Hotspots wie den Jardin Majorelle oder den Bahia-Palast und besuche sie nur in den frühen Morgenstunden. Dort landen ohnehin alle. Dabei hat Marrakesch noch so viel mehr zu bieten, wenn man die ausgetretenen Pfade verlässt. Vor allem der südliche Teil der Medina ist deutlich weniger touristisch frequentiert als der nördliche. Der jüdische Friedhof ist ein sehr besonderer Ort mit einer ganz eigenen Atmosphäre.

Die Mellah hat wenig mit dem glattpolierten Orient-Disneyland der Souks im Norden gemein. Hier gibt es kein Schickimicki, sondern ein Viertel im Wandel zwischen Verfall und Renovierung. Nur wenige Schritte weiter in der großen Markthalle bekommt man einen sehr realen Eindruck von Marrakesch, der kaum mit dem Gebaren in den geschäftigen touristischen Gassen zu tun hat. Wer sich auf diese Ecken einlässt, sieht das wahre Gesicht der Stadt hinter den für Touristen herausgeputzten Kulissen.

Der Jüdische Friedhof

Dauer1-2 Std.
EmpfehlungOptional
EintrittSpende (10-20 DH)

Im Südosten der Medina liegt der jüdische Friedhof. Er ist einer der wenigen Orte, an denen das jüdische Leben in Marrakesch noch heute sichtbar ist. Die Anlage mit ihren zahllosen hellen Grabsteinen bildet einen starken optischen Kontrast zu den sonst gewohnten roten Farben der Stadt.

Der Friedhof bietet vor allem am späten Nachmittag, wenn die Sonne tief steht und rötlich schimmert, eine besonders surreale Atmosphäre. Da sich nur wenige Besucher hierher verirren, bietet der Ort gegen einen geringen Eintritt eine besondere Stille und einen tiefen Einblick in die multikulturelle Geschichte der marokkanischen Gesellschaft.

Der Menara-Garten

Dauer1-2 Std.
EmpfehlungOptional
EintrittNein

Die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Menara-Gärten wurden bereits im zwölften Jahrhundert als riesige Olivenplantage angelegt. Das über einhundert Hektar große Areal wird durch ein historisches Kanalsystem bewässert, das ein zentrales Staubecken speist. Das dortige Pavillongebäude vor der Kulisse der schneebedeckten Gipfel des Hohen Atlas zählt zu den bekanntesten Fotomotiven der Stadt und repräsentiert die klassische almohadische Architektur.

Ein Besuch macht vor allem am späten Nachmittag Sinn, wenn man einfach mal weitläufig spazieren gehen und dabei das Freizeitleben der Einheimischen beobachten möchte. Da die Anlage keinen Eintritt kostet und durch ihre enorme Größe nie überlaufen wirkt, bietet sie einen entspannten Kontrast zu den rein touristischen Gärten der Innenstadt.

Mellah

Dauer1-2 Std.
EmpfehlungOptional
EintrittNein

Die Mellah entstand im 16. Jahrhundert als gitterförmig angelegtes Viertel südlich des Bahia-Palastes. Sie war einst das Zentrum des jüdischen Lebens in Marrakesch. Architekturgeschichtlich unterscheidet sich das Viertel deutlich von der restlichen Medina, da sich viele Häuser mit Balkonen und Fenstern offen zur Straße zeigen statt sich nach innen zu isolieren. Herzstücke des Viertels sind die im Jahr 1492 von spanischen Flüchtlingen erbaute Synagoge Slat El-Azama sowie der angrenzende Juwelier-Souk, der bis heute die Tradition der Gold- und Silberschmiede fortführt.

Ein Spaziergang durch die Mellah ist ein Geheimtipp abseits der ausgetretenen Touristenpfade und lohnt sich besonders, um auch mal das andere, authentische und weniger polierte Gesicht von Marrakesch zu erleben. Man sollte sich jedoch nicht von der teils maroden Bausubstanz und dem ärmlichen Erscheinungsbild abschrecken lassen, da das Viertel nach wie vor eine sehr natürliche und ungeschönte Atmosphäre ausstrahlt. 

Markthalle am Place Fernblatiers (Souk el Kheir)

Dauer1 Std.
EmpfehlungOptional
EintrittNein

Direkt gegenüber dem Eingang zur Mellah liegt der Souk el Kheir, die größte Markthalle der Medina. Im funktionalen Bauwerk verdichtet sich das tägliche Leben der Einheimischen, die hier frisches Gemüse und Blumen sowie Fleisch und Fisch einkaufen. Besonders spezialisierte Händler für handgemachten Filoteig und riesige Pyramiden aus eingelegten Oliven prägen das Bild dieses ursprünglichen Marktes abseits der vom Souvenirverkauf geprägten Touristengassen.

Eine Besichtigung der gut gelegenen Markthalle nimmt kaum Zeit in Anspruch und ist ein Geheimtipp, weil sie in keiner Weise touristisch ist und die Preise für Lebensmittel, Gewürze, Harissa sowie Keramik und Pigmente sehr günstig sind. Wer den starken Geruch und das geschäftige Treiben einer echten Markthalle nicht scheut, findet hier einen der ehrlichsten Orte der Stadt und kann dabei gleichzeitig seine Besorgungen erledigen.

Museum Dar Si Said

In einem stattlichen Riad in der südlichen Medina residierte einst der Bruder des Großwesirs in direkter Nachbarschaft zum berühmten Bahia-Palast. Das heutige Museum zeigt eine Sammlung traditioneller Alltagsgegenstände und Schmuck sowie Waffen aus der Region Marrakesch. Ein besonderer Schwerpunkt liegt mittlerweile auf der Teppichkunst, die sowohl historische Stücke als auch moderne Werke junger marokkanischer Künstler umfasst. Im hinteren Teil der Anlage finden sich zudem massive jahrhundertealte Tore aus dem Drâa-Tal, die mit filigranen Schnitzereien aus Zedernholz verziert sind.

Das Museum Dar Si Saïd ist eine gute Alternative, wenn man sich zwar einerseits für die marokkanische Handwerkskunst und die opulente Bauweise interessiert, andererseits aber keine Lust hat, diese Eindrücke im Kameragewitter großer Reisegruppen zu gewinnen. Da das Museum sehr versteckt in der südlichen Medina liegt und deutlich weniger Besucher anzieht als der benachbarte Bahia-Palast, bietet es eine viel ruhigere Atmosphäre.

Karte mit allen wichtigen Sehenswürdigkeiten von Marrakesch

In dieser eingebetteten Karte sind die Standorte aller wichtigen Sehenswürdigkeiten markiert. Über die Legende kannst du gezielt Gruppen von Zielen ein- oder ausblenden, um den Überblick zu behalten. Zusätzlich enthält die Karte die Tracks der unten beschriebenen Stadtrundgänge, damit du dich in den verwinkelten Gassen besser orientieren kannst.

Routen zur Besichtigung der Sehenswürdigkeiten von Marrakesch

Die Altstadt von Marrakesch ist ein riesiges Erlebnisareal und eigentlich eine einzige, zusammenhängende Sehenswürdigkeit. Wer sich einfach durch die Gassen und Souks treiben lässt, sammelt unzählige Eindrücke, Gerüche und Geräusche. Man könnte problemlos eine Woche lang die Stadt erkunden und dabei noch immer nicht alles gesehen haben.

Da die meisten Besucher jedoch weniger Zeit haben, stellt sich die Frage nach den echten Highlights. Die folgenden Routen sind als unverbindliche Vorschläge gedacht, die sich je nach Zeitplan, persönlichem Interesse und Kondition anpassen lassen.

Da die Sehenswürdigkeiten über die gesamte Medina verteilt sind, ist es am sinnvollsten, sich pro Tag auf ein bestimmtes Viertel zu konzentrieren – zum Beispiel auf die südliche Medina oder das Mouassine-Viertel im Norden. Das verkürzt die Laufwege und schont die Nerven.

  • Startpunkt: Alle Routen beginnen am Djemaa el-Fna oder in dessen unmittelbarer Nähe.
  • Fortbewegung: Innerhalb der Medina sind alle Ziele dieser Routen bequem zu Fuß erreichbar.
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Marrakesch an einem Tag: Die kompakte Route

Wer nur wenig Zeit hat, bekommt mit diesem Rundgang einen perfekten Querschnitt durch die Stadt. Die Route beschreibt einen Dreiviertelkreis durch die Medina und verbindet die prunkvollen Highlights mit dem authentischen Alltag.

Vormittag: Der königliche Süden 

Starte morgens direkt am Bahia-Palast, idealerweise noch bevor die großen Reisegruppen eintreffen. Von dort aus lohnt ein Abstecher in die Mellah (jüdisches Viertel) und ein Bummel über den Place des Ferblantiers. Direkt daneben bietet die Markthalle einen gänzlich untouristischen Einblick in den Alltag der Einheimischen.

Mittag: Durch die Gassen zum Zentrum 

Wähle eine der beiden Hauptgassen, Riad Zitoun el Jdid oder Riad Zitoun Lakdim, um Richtung Norden zum Djemaa el-Fna zu gelangen. Von dort geht es weiter in den nördlichen Teil der Medina, zur Medersa Ben Youssef und zum benachbarten Musée de Marrakech.

Nachmittag: Souks und geheime Gärten

Streife durch das Mouassine-Viertel und die umliegenden Souks bis zum Le Jardin Secret. Hier könnt ihr im Schatten bei einem Tee neue Kraft tanken; der Turm bietet zudem ein fantastisches Panorama über die Dächer.

Abend: Finale am Marktplatz 

Der Rückweg führt erneut durch die Souks, vorbei an der Koutoubia-Moschee, zurück zum Djemaa el-Fna. Pünktlich zur Dämmerung sind dort die Garküchen aufgebaut und das berühmte allabendliche Spektakel beginnt.

09:00Bahia-Palast
11:00Mellah
12:30Markthalle (Souk el Kheir)
Mittagspause
14:00Medersa Ben Youssef & Musée de Marrakech
16:30Le Jardin Secret
18:00Koutoubia-Moschee und Parc Lalla Hasna
19:00Djemaa el-Fna

Marrakesch in zwei Tagen entdecken 

Während die Ein-Tages-Tour ein straffes Programm ist, bei dem man eine recht lange Strecke zurücklegt, entzerrt sich dieses Pensum, wenn man es auf zwei Tage verteilt. Dann kann man die Besichtigung der Sehenswürdigkeiten von Marrakesch ruhiger angehen lassen, öfter mal bei einem Glas Tee das Treiben beobachten und einen Blick hinter die Kulissen werfen. Anstatt nur die Highlights abzuklappern, gewinnt man so einen deutlich besseren Gesamteindruck von der Stadt.

Um die Wege so kurz wie möglich zu halten, macht es Sinn, die Sehenswürdigkeiten zu bündeln, die ohnehin beieinander liegen. Ich empfehle dir daher, einen Tag komplett für den geschichtsträchtigen Süden zu reservieren und am zweiten Tag den Fokus auf den Norden und die Gärten zu legen.

Tag 1: Die südliche Medina

Starte mit der Besichtigung des Bahia-Palastes. Statt die Mellah nur zu streifen, hast du heute Zeit für einen tieferen Einblick und kannst die Synagogen und den  jüdischen Friedhof besichtigen. Über den Place des Ferblantiers und die Markthalle geht es zum monumentalen El-Badi-Palast mit seinen Storchennestern. Von dort führt dich ein kurzer Fußweg zu den Saadier-Gräbern, der einst eingemauerten und vergessenen Nekropole.

Danach umrundest du das Wahrzeichen der Stadt, die Koutoubia-Moschee, bevor du den Tag auf dem Djemaa el-Fna oder in einem der umliegenden Dachterrassen-Restaurants ausklingen lässt.

Tag 2: Das Herz der Medina und die Gärten

Beginne am Djemaa el-Fna und tauche tief in die Souks ein. Der erste Stopp ist der Gewürzmarkt Rahba Kedima. Direkt um die Ecke liegen die Medersa Ben Youssef und das Musée de Marrakech. Ein kurzer Weg führt weiter zum Maison de la Photographie, wo du in einem ruhigen Riad historische Aufnahmen der Stadt sehen und dich dabei stärken kannst.

Schlendere danach durch das Mouassine-Viertel. Wenn du noch Energie hast, nimm ein Taxi zum berühmten Jardin Majorelle außerhalb der Stadtmauern. WIllst du dagegen lieber in der Medina bleiben, bietet der Le Jardin Secret eine gute Gelegenheit, dich vor dem Abendessen nochmal auszuruhen.

Tag 1Tag 2
Bahia-PalastDjemaa el-Fna
Mellah Souk Semmarine
Jüdischer FriedhofRhaba Kedima (Café d‘Epices)
Markthalle (Souk el Kheir)Medersa Ben Youssef, Musée de Marrakech
El-Badi-PalastMaison de la Photographie
Saadier-GräberMouassine-Viertel
Koutoubia-MoscheeJardin Majorelle / Jardin Secret
Djemaa el-FnaDjemaa el-Fna

Häufig gestellte Fragen zu den Sehenswürdigkeiten in Marrakesch

Was muss man in Marrakesch gesehen haben?

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Marrakesch zählen der Djemaa el-Fna, die Medina mit ihren Souks, die Koutoubia-Moschee, der Bahia-Palast und die Medersa Ben Youssef. Diese Highlights geben dir einen sehr guten ersten Eindruck von der Stadt.

Wie viele Tage sollte man für Marrakesch einplanen?

Für Marrakesch solltest du idealerweise 2 bis 3 Tage einplanen. In dieser Zeit kannst du die wichtigsten Sehenswürdigkeiten entspannt besichtigen. Mit einer guten Route ist auch ein kompakter Besuch an einem Tag möglich.

Kann man Marrakesch auf eigene Faust erkunden?

Ja, Marrakesch lässt sich problemlos auf eigene Faust erkunden. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen in der Medina und sind gut zu Fuß erreichbar. Alternativ kannst du eine geführte Stadtführung buchen oder dich an einer vorgeplanten Route orientieren.

Autorenbild Schmidt

Joachim Schmidt ist Journalist und Kommunikationswissenschaftler. Seit 2000 ist er jedes Jahr in Marokko unterwegs, zunächst als Backpacker, später als Reisejournalist und heute am liebsten mit der Familie. Dabei verbindet er sein gesammeltes Hintergrundwissen mit großer Leidenschaft für die marokkanische Kultur und Küche. Seinen Tag beginnt er am liebsten mit einem Espresso in einem kleinen Straßencafe in der Medina.

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