Sehenswürdigkeiten in Marrakesch

Marrakesch ist die zweitälteste Königsstadt Marokkos. Die wechselnden Dynastien hinterließen in der „Roten Stadt“ deutliche Spuren ihrer Herrschaft und ließen zahlreiche Prunkbauten erreichten.  Auf den folgenden Seiten werden die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Marrakesch vorgestellt.

Sehenswürdigkeiten in der Medina

Heute zählt die Medina von Marrakesch zu den größten und schönsten des Landes. Im Gassengewirr der Altstadt verstecken sich prachtvolle Paläste, anmutige Moscheen und stattliche Riads, die jeden Stadtbummel zu einer Entdeckungsreise in den Orient machen.

Der Djemaa el Fna

Foto vom Djemma el Fna

Im Zentrum der Medina befindet sich der mit Abstand berühmteste und eindrucksvollste Ort von Marrakesch: der Djemaa el Fna. Auf dem „Platz der Geköpften“ werden Orientphantasien wahr. Hier tummeln sich Gaukler, Schlangenbeschwörer, Geschichtenerzähler und Akrobaten, ehe der zum Weltkulturerbe gehörende Platz abends von den Düften der unzähligen Garküchen eingehüllt wird.

Die Medersa Ben Youssef

Medersa Ben Youssef

Die im 14. Jahrhundert gegründete Medersa Ben Youssef war einst die größte islamische Hochschule des Maghreb. In der in den letzten Jahren aufwendig renovierten Koranschule lebten einst 900 Schüler, die sich hier mit Rechtswissenschaften und Theologie auseinandersetzten. Heute gehört die Medersa zu den meistbesuchten Zielen in Marrakesch. Sie bietet mit den filigranen Stuck- und Schnitzarbeiten sowie den wundervollen Mosaiken eine beeindruckende Vorstellung islamischer Baukunst.

Das Museum Dar Si Said

Sehenswürdigkeit Museum dar si said

Das volkskundliche Museum Dar Si Said befindet sich in einem stattlichen Riad in der südlichen Medina. Hier werden traditionelle Alltagsgegenstände, Kunsthandwerk, Schmuck und Waffen aus der Region Marrakesch ausgestellt. Zudem gibt es im hinteren Teil des Gebäudes jahrhundertealte Tore aus Zedernholz zu sehen. Sie stammen aus Kasbahs des Drâa-Tals und sind mit kunstvollen Arabesken verziert. Ein Besuch des Museums lohnt schon allein wegen des Stadtpalasts mit seinem prachtvollen Innenhof, in dem es untergebracht ist.

Das Maison de la Photographie

maison de la photographie marrakechDas Maison de la Photographie befindet sich in einem renovierten Riad in der nördlichen Medina, unweit der Medersa Ben Youssef. In dem Fotomuseum kann man sich in wechselnden Ausstellungen auf Zeitreise in die Vergangenheit Marokkos begeben. Die Expositionen basieren auf einer Sammlung von 8000 Fotos, die zwischen 1870 und 1950 aufgenommen wurden. Außerdem wird im Maison de la Photographie junge marokkanische Fotokunst präsentiert. Ein attraktiver Rückzugsort für Leute, die den Touristenmassen aus dem Weg gehen wollen.

Die Souks

Souks in Marrakesch (Marokko)

Die Souks von Marrakesch gehören zu den größten des Landes. Sie befinden sich südlich, östlich, aber vor allem nördlich des Djemma el Fna. Das Labyrinth aus Gassen, Durchgängen und Gewölben lässt sich am besten bei einem Streifzug durch die orientalischen Basare erkunden. Die Vielfalt der dort angebotenen Waren ist überwältigend. In den nach Gewerken sortierten Marktstraßen wird jedoch nicht nur verkauft, sondern auch produziert. Und so streift man im hektischen Durcheinander die Werkstätten von Kesselflickern, Kupferschmieden, Wollfärbern, Gewürzhändlern, Holzschnitzern oder Tischlern. Ein echtes Muss in Marrakesch, erst recht für Shopping-Opfer!

Die Stadtmauer

Der 12 km lange Wall aus dem 12. Jahrhundert zählt zu den eindrucksvollsten Stadtmauern Marokkos. Sie wird von Zypressen, Dattelpalmen und Kiefern überragt. Aus ihr ragen mehr als zweihundert Basteien heraus, die den Bau verstärken. Die Stadtmauer von Marrakesch hat insgesamt elf Tore. Das schönste ist das Bab Agnaoua im Süden des Djemaa el Fna.

Monumentale Bauten, Grabstätten und Paläste

Die Koutoubia-Moschee

koutoubia marrakeschDie 77 Meter hohe Koutoubia-Moschee ist das schon von weitem sichtbare Wahrzeichen von Marrakesch. Sie wurde im 12. Jahrhundert von den Almohaden erbaut und bietet 25.000 Gläubigen Platz. Ihr Minarett gehört zu den schönsten und ältesten Marokkos. Es avancierte im gesamten Maghreb zum architektonischen Vorbild. Die Koutoubia-Moschee befindet sich unweit des Djemma el Fna im Südosten der Medina. Sie wird von einem kleinen Palmengarten umgeben.

Der Bahia-Palast

bahia palast marrakeschDer Bahia-Palast wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von den Alaouiten erbaut. Er zählt zu den markantesten Bauwerken im maurisch-andalusischen Stil. Der monumentale Komplex erstreckt sich auf einer Fläche von über 8000 m² und besteht aus über 160 Räumen und Innenhöfen. Hier gewinnt man einen Eindruck von der prachtvollen Opulenz der islamischen Architektur. Neben den pittoresk bepflanzten Patios und den wunderschönen Mosaiken und Arabesken beeindrucken besonders die kunstvoll verzierten Zimmerdecken aus Zedernholz.

Der Bahia-Palast war auch schon Schauplatz für mehrere Filmproduktionen, zum Beispiel ”Der Wüstenlöwe” oder “Lawrence von Arabien”.

Der Palast el Badi

palast el-badi in marrakeschAuch wenn vom Palast el Badi heute nur noch die monumentalen Lehmmauern erhalten sind, auf denen heute die Störche nisten, spürt man auf dem weiträumigen Areal sofort, dass der Prunkbau des saadischen Sultans Ahmed el Mansour (dt.: „der Unvergleichliche“) seinem Namen alle Ehre gemacht hat. Das Bauvorhaben dauerte 30 Jahre. Doch ehe der Palast fertiggestellt wurde, verstarb el Mansour. Später ließ der Alaouiten-Sultan Moulay Ismail besonders kostbare Stücke des Palastes abtragen und nach Meknes schaffen. Die Weitläufigkeit der 18 ha großen Anlage lässt sich besonders gut am späten Nachmittag genießen.

Die Gräber der Saadier

Saadier Gräber MarrakeschDie Saadier-Gräber befinden sich gleich neben dem Palast el Badi im Südosten der Medina von Marrakesch. Vier Sultane ruhen hier. Die Mausoleen, in denen die Herrscher bestattet wurden, gehören zu den prachtvollsten Bauwerken gehört, die je von marokkanischen Kunsthandwerkern geschaffen wurden. Besonders beeindruckend ist der Saal der zwölf Säulen: Ein Raum in einem der beiden Mausoleen, dessen vergoldete Kuppeldecke von zwölf Marmor-Säulen getragen wird.

Der Jüdische Friedhof

Jüdischer Friedhof Marrakesch

Im Südosten der Medina befindet sich der jüdische Friedhof. Ein geheimnisvoller Ort am Rand der Mellah. Bei den richtigen Lichtverhältnissen steht die surreale Atmosphäre hier in starkem Kontrast zum übrigen Marrakesch. Neben der Synagoge ist der jüdische Friedhof einer der wenigen Orte, die davon zeugen, wie sich jüdisches Leben in Marrakesch manifestiert. Besonders beeindruckend ist das Licht am späten Nachmittag, wenn der Himmel etwas zugezogenen ist.

Gärten und Parks

Der Jardin Majorelle

Le Jardin Majorelle in Marrakesch

Wer im hektischen Treiben in Marrakesch eine Pause einlegen will, sollte unbedingt den wundersamen Jardin Majorelle besuchen. Die verwilderte Gartenanlage wurde 1980 vom französischen Modeschöpfer Yves Saint Laurent und seinem Lebensgefährten gekauft, gründlich renoviert und in ein Paradies verwandelt. Heute wird dieser Ort von mehr als zwanzig Angestellten gepflegt. Diese grüne Oase der Ruhe ist der Öffentlichkeit in weiten Teilen zugänglich und bietet sich perfekt für eine entspannte Auszeit im heißen Marrakesch an.

Die Agdal-Gärten

Agdal Gärten in Marrakesch

Die Agdal-Gärten wurden im 12. Jahrhundert von den Almohaden angelegt. Wie der Menara-Garten gehören sie zum Weltkulturerbe der UNESCO. Doch die in einem geometrischen Muster angepflanzten Granatapfel-, Orangen- und Olivenbäume erstrecken sich über eine viel größeres Gebiet. Das misst eine Größe von etwa 3km Länge und 1,5km Breite. In der Parkanlage gibt es zwei große Staubecken. Diese werden über ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem mit frischem Wasser aus dem Hohen Atlas gespeist. Am größten Becken befindet sich ein Palast. Von dessen Terrasse aus hat man bei guter Sicht einen hervorragenden Blick auf die Gipfel des Hohen Atlas.

Der Menara-Garten

Menara Gärten Marrakesch

Der Menara-Garten liegen im Südosten von Marrakesch und ist vor allem bei den Marrakschis beliebt. Der etwa 100 ha große Park wurden im 12. Jahrhundert von den Almohaden als Olivenplantage angelegt und mit einem weit verzweigten Kanalsystem bewässert. Heute gehört er ebenfalls zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Die Parkanlage ist auf den ersten Blick nicht so spektakulär ist wie der Jardin Majorelle. Sie kostet allerdings auch keinen Eintritt und wird von bedeutend weniger Touristen frequentiert. Das Palais zwischen Wasserbecken und den schneebedeckten Gipfeln des Hohen Atlas gehört zu den populärsten Fotomotiven aus Marrakesch

Foto: Riads Marrakekesch, außer Agdal-Gärten (Jerzystrzelecki, Wikimedia)