Hafenstädte in Marokko

Marokkos Küste erstreckt sich über 1.200 Kilometer und bietet eine enorme Bandbreite an Hafenstädten – von geschäftigen Metropolen bis hin zu verschlafenen Orten am Atlantik und am Mittelmeer. Während Namen wie Tanger, Casablanca und Rabat fast jedem ein Begriff sind, gibt es entlang der Route viele kleinere Hafenstädte, die eine Alternative zu den großen Badeorten darstellen. Dieser Überblick stellt die wichtigsten Hafenstädte Marokkos vor und zeigt, was sie heute ausmacht.

Besonders in den Sommermonaten herrscht an den Küsten viel Leben. Da viele Marokkaner ihren Urlaub selbst am Wasser verbringen, füllen sich die Strände und Promenaden, und auch die Suche nach einer freien Unterkunft ist dann etwas aufwendiger. Trotzdem ist die Atmosphäre auch im Hochsommer nicht mit dem Massentourismus auf zum Beispiel Mallorca vergleichbar. 

Wer hingegen außerhalb der Ferienzeiten oder in den Wintermonaten eine Hafenstadt in Marokko besucht, wird auf ruhige Küstenabschnitte und wenig belebte Strände treffen. Zudem sind die Preise für Unterkünfte zu dieser Zeit oft niedriger.

Atlantikküste

Sidi Ifni

Weit im Süden Marokkos, dort, wo die Ausläufer des Anti-Atlas auf den Atlantik treffen, liegt Sidi Ifni. Die Stadt nimmt eine Sonderstellung ein, da sie bis 1969 unter spanischer Verwaltung stand. Dieses Erbe ist bis heute im Stadtbild sichtbar, denn Sidi Ifni ist berühmt für seine einzigartige Art-déco-Architektur in zarten Blau- und Weißtönen, die der Stadt ein fast nostalgisches Flair verleiht. Rund um den zentralen Platz, die Plaza de España, fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt.

Die Stadt ist weit weniger touristisch als Agadir und strahlt eine raue Ruhe aus. Es ist nicht weit zum Strand von Legzira mit seinen monumentalen, roten Felsbögen. Aufgrund der starken Brandung und der steten Brise ist die Region zudem ein Geheimtipp für Surfer auf der Suche nach Abgeschiedenheit. 

Agadir

Agadir liegt am südlichen Abschnitt der marokkanischen Atlantikküste und unterscheidet sich deutlich von den historischen Städten des Nordens. Nach einem schweren Erdbeben im Jahr 1960 wurde die Stadt fast vollständig neu aufgebaut. Heute prägen breite Boulevards, moderne Hotelanlagen und ein weitläufiger Sandstrand das Stadtbild. Der Hafen ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und die angrenzende Marina mit ihren Restaurants und Cafés ist sein touristischer Gegenpol. Die Region bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Surfen, für Quad-Touren oder Ausritte am Strand. 

Essaouira

Westlich von Marrakesch liegt Essaouira, das bis zur Unabhängigkeit unter dem Namen Mogador bekannt war. Der Hafen der Stadt ist für seine charakteristischen blauen Holzboote bekannt, die täglich frischen Fisch anlanden. Die von der UNESCO geschützte Medina ist von massiven Stadtmauern und den Festungsanlagen Skala de la Ville sowie Skala du Port umgeben. Dank der beständigen Winde hat sich Essaouira zu einem Zentrum für Kitesurfer entwickelt. Im Vergleich zu größeren Küstenstädten wirkt der Ort gelassener und weniger überlaufen. 

Safi

Safi liegt am Atlantik, etwa auf halber Strecke zwischen Casablanca und Essaouira. Die Stadt ist vor allem für ihre jahrhundertealte Töpfertradition bekannt und gilt als der wichtigste Hotspot für marokkanische Keramik. Im Töpferviertel gibt es zahlreiche Werkstätten, in denen sowohl die charakteristische blau-weiße Ware als auch moderne Designs gefertigt werden. Ein Wahrzeichen am Hafen ist die Ksar el-Bahr, eine im 16. Jahrhundert von den Portugiesen errichtete Festung direkt am Meer. Safi betreibt einen industriell bedeutsamen Phosphathafen.

Oualidia

Zwischen Casablanca und Essaouira liegt die idyllische Kleinstadt Oualidia. Sie ist vor allem für ihre sichelförmige Lagune bekannt, die durch eine schmale Öffnung im Fels vom offenen Meer getrennt ist. Diese geschützte Lage sorgt für ruhiges, flaches Wasser und beste Bedingungen für Stand-up-Paddler.

Überregional berühmt ist der Ort jedoch für seine Gastronomie, denn Oualidia gilt als die Austern-Hauptstadt Marokkos. In den zahlreichen Restaurants entlang der Küste werden die Meeresfrüchte fangfrisch serviert. Neben dem kulinarischen Angebot ist die Lagune ein wichtiger Stopp für Zugvögel; vor allem im Frühjahr und Herbst lassen sich hier Flamingos beobachten. Im Hochsommer beleben viele einheimische Wochenendgäste die Stadt. Dagegen herrscht im Ort während der Nebensaison eine fast meditative Stille. 

El Jadida

Rund 100 Kilometer südlich von Casablanca liegt El Jadida, eine Stadt mit portugiesischer Vergangenheit. Unter dem Namen „Mazagan“ war sie eine wichtige Festung, deren massive Mauern und Bastionen noch heute das Bild der historischen Altstadt prägen. Architektonisch bedeutsam ist die portugiesische Zisterne. In dem unterirdischen Gewölbe spiegelt sich das Licht auf einer dünnen Wasserschicht. Die gesamte Stadt gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Neben der Geschichte bietet El Jadida moderne Strandresorts und erstklassige Golfplätze in unmittelbarer Umgebung. 

Casablanca

Casablanca ist die größte Stadt Marokkos und hat den wirtschaftlich wichtigsten Hafen des Landes. Anders als in Marrakesch nimmt man hier deutlich die Moderne wahr. Trotzdem ist das wohl berühmteste Bauwerk in Casablanca die Moschee Hassan II. Sie steht teilweise über dem Meer und verfügt über ein Minarett, das weithin über den Atlantik sichtbar ist. Ein Besuch im Jüdischen Museum, dem einzigen seiner Art in der islamischen Welt, bietet Einblicke in die religiöse Vielfalt der Stadt. Die Medina ist vergleichsweise klein, beherbergt aber eine alte Festungsanlage, die Skala, direkt gegenüber dem Hafenbecken.

Rabat und Salé 

Die marokkanische Hauptstadt Rabat bildet mit ihrer Zwillingsstadt Salé ein urbanes Zentrum an der Mündung des Bou-Regreg. Rabat ist Regierungssitz und für monumentale Bauten wie den Hassan-Turm und das Mausoleum von Mohammed V. bekannt. Die Kasbah des Oudaias bietet einen weiten Blick über den Atlantik. Auf der gegenüberliegenden Flussseite liegt Salé, das im 17. Jahrhundert den Barbaresken-Piraten als Stützpunkt diente. Heute ist es ein großes Wohngebiet mit preiswerteren Unterkünften. Am Stadtrand von Rabat befinden sich zudem die Ruinen der römischen Siedlung Chellah, die jedes Jahr als Schauplatz für ein internationales Jazzfestival dienen.

Asilah

Etwa 45 Kilometer südlich von Tanger liegt das mediterrane Asilah. Die Stadt blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Die gut erhaltene Stadtmauer zeugt von dieser Zeit der Eroberung durch die Portugiesen und der späteren Nutzung als Piratenstützpunkt. Die Medina zeichnet sich durch ihre weiß getünchten Häuser und schmalen Gassen aus, in denen Schmuck aus roter Koralle angeboten wird. Sehr besondern ist das jährliche Kunstfestival im August, bei dem großflächige Wandgemälde die Fassaden der Altstadt in eine Galerie verwandeln.

Mittelmeer

Tanger

Tanger liegt am nördlichsten Punkt Marokkos direkt an der Straße von Gibraltar. Die Stadt war lange Zeit als „internationale Zone“ verwaltet und galt als Zentrum von Diplomatie und Spionage. Sie zog zahlreiche Schriftsteller und Künstler in ihren Bann. Heute besitzt Tanger einen der größten Containerhäfen des Mittelmeers. Für Touristen ist die historische Kasbah interessant, von deren Mauern man einen weiten Blick bis zur spanischen Küste hat. Sehenswert sind zudem der ehemalige Sultanspalast Dar al-Makhzen und die Große Moschee aus dem 17. Jahrhundert. Die Stadt dient als wichtiger Knotenpunkt für Fährverbindungen nach Europa.

Ceuta

Obwohl Ceuta politisch zu Spanien gehört, ist die Stadt geografisch untrennbar mit der marokkanischen Küste verbunden. Sie liegt an der schmalsten Stelle der Straße von Gibraltar und ihr Hafen ist seit der Antike ein strategischer Wachposten. Die Geschichte der Stadt ist durch wechselnde Herrschaften von Phöniziern über Römer und Araber bis hin zu Portugiesen geprägt, bevor sie Teil der spanischen Krone wurde. Besonders beeindruckend sind die monumentalen königlichen Stadtmauern (Murallas Reales) und der schiffbare Graben, die das historische Zentrum umschließen.

Melilla

Ähnlich wie Ceuta ist auch Melilla eine spanische Exklave an der Mittelmeerküste, die vollständig von marokkanischem Staatsgebiet umschlossen wird. Die Stadt ist vor allem für ihre Architektur bekannt. Nach Barcelona weist Melilla die zweitgrößte Dichte an Jugendstil- und Art-Déco-Bauten in Spanien auf. Das historische Zentrum, Melilla La Vieja, ist eine gewaltige Festungsanlage, die auf einem Felsen über dem Hafen thront und durch unterirdische Gänge sowie Museen die bewegte Militärgeschichte der Region erzählt.

Tétouan

Tétouan liegt im Nordwesten Marokkos und gilt aufgrund ihrer Architektur als die andalusischste Stadt des Landes. Viele der weiß getünchten Häuser wurden von Flüchtlingen aus Andalusien erbaut, was der zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärten Medina ihren maurischen Charakter verleiht. Da König Mohammed VI. hier regelmäßig seine Sommerresidenz bezieht, ist die Stadt in den heißen Monaten besonders gepflegt und belebt. Neben dem Handwerkszentrum Dar Sanaa beherbergt die Stadt eine überschaubare Gerberei. Umgeben von Orangen- und Granatapfelhainen dient Tétouan zudem als idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in das nahegelegene Rif-Gebirge oder in die „blaue Stadt“ Chefchaouen.

Al Hoceima 

Al Hoceima liegt inmitten des Rif-Gebirges an der marokkanischen Mittelmeerküste. Die Stadt ist für ihre weiß-blauen Häuser bekannt, die traditionell die Farben des Himmels und des Meeres widerspiegeln. Der vorwiegend für den Fischfang genutzte Hafen bietet einen Blick auf das türkisfarbene Wasser der Bucht. Besonders der zentral gelegene Strand Quemado ist ein beliebter Anlaufpunkt unterhalb der Klippen. Angrenzend an die Stadt erstreckt sich der Al Hoceima-Nationalpark, der Möglichkeiten für küstennahe Wanderungen bietet. Im Vergleich zu den geschäftigen Häfen am Atlantik geht es hier deutlich ruhiger zu.

Nador

Nador liegt im Nordosten Marokkos an der Mittelmeerküste. Die Stadt wird maßgeblich durch den Hafen von Beni Ensar geprägt, der ein wichtiger Handelsplatz ist und auch als Fährhafen eine direkte Verbindung nach Europa (Spanien) bietet. Die Lagune von Nador, auch Mar Chica genannt, wurde in den letzten Jahren aufwendig renaturiert und bietet heute Zugvögeln einen wichtigen Rückzugsort.

Saidia

Saidia liegt im äußersten Nordosten Marokkos, unmittelbar an der algerischen Grenze. Die Stadt hat sich in den letzten Jahren zu einem der modernsten Badeorte des Landes entwickelt und ist vor allem für ihren 14 Kilometer langen, feinsandigen Strand bekannt. Herzstück des Hafens ist die „Marina de Saïdia“, ein großzügig angelegter Yachthafen mit moderner Infrastruktur sowie Restaurants und Geschäften, der dem Ort eine fast luxuriöse Atmosphäre verleiht. Im Gegensatz zu den historischen Handelsstädten am Atlantik ist Saidia ein klassisches Sommerreiseziel, das besonders für Familien attraktiv ist. Wer die „blaue Perle“ außerhalb der belebten Sommermonate besucht, hat hier seine Ruhe.

Hafenstädte in Marokko für Kreuzworträtselfans

Wenn du beim Kreuzworträtseln auf die Frage nach einer marokkanischen Hafenstadt stößt, wirst du feststellen, dass je nach Kästchenanzahl und Schreibweise zahlreiche Möglichkeiten in Betracht kommen. Um die Suche zu erleichtern, findest du hier die Antworten auf die gängigsten Kreuzworträtselfragen, übersichtlich nach Buchstabenlänge zusammengestellt.

Hafenstadt in Marokko mit 3 Buchstaben

  • SLA

Hafenstadt in Marokko mit 4 Buchstaben

  • SAFI
  • SALE
  • SLAA

Hafenstadt in Marokko mit 5 Buchstaben

  • CEUTA
  • NADOR
  • RABAT
  • SAFFY

Hafenstadt in Marokko mit 6 Buchstaben

  • AGADIR
  • ASILAH
  • AZAMOR
  • HAMACA
  • SAIDIA
  • TANGER
  • TETUAN

Hafenstadt in Marokko mit 7 Buchstaben

  • ARZILLA
  • ELJEBHA
  • KENITRA
  • LARACHE
  • MAZAGAN
  • MEHEDIA
  • MELILLA
  • MOGADOR
  • QENITRA
  • TARFAYA
  • TETOUAN

Hafenstadt in Marokko mit 8 Buchstaben

  • ELJADIDA
  • FIDALLAH
  • OUALIDIA
  • SIDIIFNI

Hafenstadt in Marokko mit 9 Buchstaben

  • ALHOCEIMA
  • ESSAOUIRA
  • KHOURIBGA

Hafenstadt in Marokko mit 10 Buchstaben

  • CASABLANCA
  • DARELBAIDA
  • MOHAMMEDIA
Autorenbild Schmidt

Joachim Schmidt ist Journalist und Kommunikationswissenschaftler. Seit 2000 ist er jedes Jahr in Marokko unterwegs, zunächst als Backpacker, später als Reisejournalist und heute am liebsten mit der Familie. Dabei verbindet er sein gesammeltes Hintergrundwissen mit großer Leidenschaft für die marokkanische Kultur und Küche. Seinen Tag beginnt er am liebsten mit einem Espresso in einem kleinen Straßencafe in der Medina.

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