Souvenirs aus Marokko

In den marokkanischen Souks ist das Angebot an Handwerk und regionalen Produkten groß. Die Auswahl reicht von Textilien und Keramik bis hin zu speziellen Lebensmitteln wie Arganöl und Gewürzen. Eine Übersicht über die beliebtesten Souvenirs aus Marokko mit nützlichen Tipps und weiteren Informationen.

Preise und Qualitäten sind eng mit der geografischen Herkunft der Waren verbunden. So ist das ausschließlich im Südwesten Marokkos produzierte Arganöl dort naturgemäß auch am günstigsten. Bei Teppichen lassen die Muster und Techniken Rückschlüsse auf die Traditionen im Atlasgebirge oder in Städten wie Fès und Marrakesch zu. Wer direkt am Ursprungsort kauft, findet meist die beste Verarbeitung und umgeht Aufschläge durch Zwischenhändler.

Die folgende Zusammenfassung bietet Orientierung zu Preisen, Herstellungsmerkmalen sowie Tipps zum Transport. Da gerade Keramik, schwere Metalllampen oder Tajines den Platz im Koffer beanspruchen, bieten viele Händler vor Ort – insbesondere bei Teppichen oder Mosaiktischen – den internationalen Versand per Spedition an. Zudem besteht die Möglichkeit, schwere oder zerbrechliche Produkte wie Tajines, Keramik, Gewürze und Arganöl direkt über spezialisierte Händler online zu beziehen.

Die beliebtesten Souvenirs aus Marokko und wie viel sie etwa kosten

Arganöl

Arganöl wird ausschließlich im Südwesten Marokkos aus den Kernen der Arganfrucht gewonnen. Man unterscheidet bei Arganöl zwischen kosmetischem Öl und Speiseöl. Für das kulinarische Öl werden die Kerne vor der Pressung geröstet, was dem Öl eine dunklere Farbe und ein deutlich nussigeres Aroma verleiht. Kosmetisches Öl ist hingegen heller und beinahe geruchsfrei.

Beim Kauf in den Souks sollte man auf Konsistenz und Geruch achten. Hochwertiges Arganöl ist leicht dickflüssig und hinterlässt keinen unangenehmen, säuerlichen Geruch. Neben dem reinen Öl wird Arganöl oft als Basis für Seifen, Shampoos oder Cremes verwendet. Beliebt ist zudem Amlou, ein traditioneller Brotaufstrich aus Arganöl, Honig und Mandelpaste.

Preise und Bezugsquellen für Arganöl

Die Kosten hängen von der Ernte und dem Verkaufsort ab. Als grobe Orientierung für gute Qualitäten dienen folgende Richtwerte:

  • Kosmetisches Öl: 50–150 Dirham pro 100 ml.
  • Kulinarisches Öl: Die Preise liegen oft leicht darüber, da die Röstung einen zusätzlichen Arbeitsschritt mit sich bringt.

Am günstigsten ist das Öl direkt in der Erzeugerregion zwischen Agadir, Essaouira und Taroudant. In ländlichen Frauenkooperativen lässt sich die Herstellung oft direkt beobachten. 

Wer vor Ort keinen Platz im Gepäck hat oder die strengen Einfuhrregeln für Flüssigkeiten umgehen möchte, findet mittlerweile viele Importeure, die marokkanisches Arganöl online anbieten. Die Preise sind dort meist höher, dafür garantieren zertifizierte Händler eine gleichbleibende Laborqualität.

Gewürze und Trockenwaren

Marokkanische Gewürze zeichnen sich oft durch höhere Intensität und Frische aus als industriell verpackte Supermarktware. In den Souks dienen die kunstvoll aufgeschichteten Gewürzpyramiden primär der Dekoration, während der Verkauf aus geschlossenen Behältern im Hintergrund stattfindet. Dies schützt die Aromen vor Licht und Luft.

Ein verlässlicher Indikator für die Qualität eines Gewürzhändlers sind die Kunden. Läden, in denen Einheimische ihren täglichen Bedarf decken, bieten meist bessere und frischere Ware als reine Touristengeschäfte.

Beliebte Gewürze und Mischungen

  • Ras el-Hanout: Diese komplexe Mischung kann aus bis zu 30 verschiedenen Komponenten bestehen. Da die Zusammensetzung von Händler zu Händler variiert, empfiehlt sich eine Geruchsprobe vor dem Kauf.
  • Safran: Das teuerste Gewürz wird vor allem rund um Taliouine angebaut. Da häufig Fälschungen (z. B. gefärbte Maisfäden) im Umlauf sind, sollte man Safran nur als ganze Fäden kaufen. Echter Safran färbt Wasser sofort gelb, während die Fäden selbst rot bleiben.
  • Klassiker: Kreuzkümmel (Cumin), Kurkuma, Paprika und Zimt sind aufgrund ihrer vielseitigen Verwendung in der europäischen Küche hervorragende Mitbringsel.

Trockenwaren und Spezialitäten 

Neben Gewürzen sind Nüsse und Trockenfrüchte wie Datteln (besonders die Sorte Medjool), Feigen und Mandeln verbreitet. Diese finden sich sowohl in den Souks als auch in den kleinen Nachbarschaftsläden (Hanouts).

Preise und Transport 

Gewürze sind mit Ausnahme von Safran im Vergleich zu Europa sehr günstig.

  • Standardgewürze (100 g): ca. 10–30 DH.
  • Safran (1 g): je nach Qualität 30–50 DH.
  • Datteln (1 kg): ca. 40–120 DH, je nach Sorte und Größe.

Für den Transport empfiehlt es sich, Gewürze in Plastiktüten oder, noch besser, in fest schließende Zip-Beutel oder Vakuumbeutel zu verpacken, um eine Geruchsübertragung auf die Kleidung im Koffer zu verhindern.  

Oliven, Harissa und Salzzitronen

An den Ständen der Olivenhändler finden sich Produkte, die die Grundlage vieler marokkanischer Gerichte bilden. Besonders hervorzuheben sind die eingelegten Salzzitronen, die durch monatelange Lagerung in Salzlake ihr intensives, fermentiertes Aroma entwickeln. Ebenfalls weit verbreitet ist Harissa, eine scharfe Chilipaste, die sowohl in roter als auch in grüner (Berber-)Variante erhältlich ist. Während die rote Version vor allem Schärfe liefert, schmeckt die grüne Harissa-Paste oft etwas milder.

  • Oliven: Frisch vom Markt gekaufte Oliven sind meist nicht so stark konserviert wie Industrieware und sollten innerhalb weniger Tage verbraucht werden.
  • Harissa: Die frische Paste hält sich einige Wochen, wenn sie gekühlt aufbewahrt wird. 
  • Salzzitronen: Aufgrund der Salzlake sind sie sehr lange haltbar. Da sie einen extrem starken Eigengeschmack haben, eignen sie sich als Geschenk vor allem für Personen, die bereits Erfahrung mit der marokkanischen Küche haben.

Transport im Flugzeug

Der Transport dieser Produkte im Reisegepäck erfordert Sorgfalt, da auslaufendes Öl oder Salzlake Kleidung dauerhaft schädigen kann. Zudem dürfen Oliven, Harissa und Zitronen im Flugzeug nicht im Handgepäck mitgeführt werden.

Für den Koffer sollten die meist einfachen Plastiktöpfe von Harissa mehrfach in dichte Plastiktüten eingewickelt werden. Eine zusätzliche Schicht aus Zeitungspapier oder Küchenrolle zwischen den Tüten hilft, austretende Feuchtigkeit aufzusaugen, falls die Gefäße durch den Druck im Frachtraum undicht werden. Salzzitronen werden oft in Einweggläsern verkauft, die zwar stabiler sind, aber dennoch durch eine zusätzliche Umhüllung gegen Glasbruch oder den Austritt von Flüssigkeit gesichert werden sollten.

Duftsteine, Eukalyptus-Kristalle, Schwarzkümmelsamen und Ähnliches

In den Gewürz-Souks finden sich zahlreiche Naturheilmittel und Duftstoffe, die aufgrund ihrer Kompaktheit ideale Mitbringsel sind.  

Eukalyptus- und Mentholkristalle 

Die intensiv riechenden, transparenten Kristalle werden oft als reines Naturprodukt aus der Region beworben. Tatsächlich handelt es sich meist um hochkonzentriertes Menthol oder Eukalyptol, die aus ätherischen Ölen gewonnen werden.

  • Anwendung: Ein winziges Stück des Kristalls wird in heißem Wasser aufgelöst. Der aufsteigende Dampf befreit bei Erkältungen die Atemwege und lindert den Kopfdruck.
  • Vorsicht: Die Kristalle sind extrem hoch dosiert. Sie sollten niemals direkt mit den Schleimhäuten in Berührung kommen oder in die Augen gelangen.

Schwarzkümmelsamen (Nigella Sativa) 

Schwarzkümmel wird in Marokko sowohl als Gewürz als auch als Hausmittel geschätzt. Zur Linderung von Schnupfen werden die Samen in ein kleines Tuch gewickelt und zwischen den Fingern gerieben, um die ätherischen Öle freizusetzen. Der scharfe Duft wird anschließend direkt eingeatmet, um die Nase zu öffnen.

Duftsteine

Die farbigen Duftblöcke, oft fälschlicherweise als reiner Bernstein (Amber) bezeichnet, bestehen aus einer Mischung aus Pflanzenwachsen oder Fetten, ätherischen Ölen und Duftstoffen wie Vanillin, Moschus-Ersatz oder Rosenpulver. Echte Ambra vom Pottwal ist aufgrund ihres extrem hohen Preises in solchen Duftsteinen nicht enthalten. 

Die Steine werden für den Raumduft in offenen Schalen oder zur Parfümierung von Kleiderschränken verwendet. Sobald der Duft nachlässt, kann die Oberfläche leicht abgekratzt werden, um die darunterliegenden frischen Duftschichten freizulegen. Die dabei entstehenden Späne lassen sich zudem in einer Duftlampe nutzen, wobei diese nur bei sehr geringer Hitze und unbedingt ohne Wasser erwärmt werden sollten.

Die Duftsteine sind sehr erschwinglich und kosten pro Stück ca. 20–40 DH.

Da die Duftsteine bei hoher Hitze weich werden können, sollten sie im Koffer nicht direkt an der Außenwand oder in der Nähe von Wärmequellen platziert werden. Ein positiver Nebeneffekt der ätherischen Öle ist, dass sie der Kleidung im Gepäck während der Rückreise einen angenehmen Duft verleihen.

Keramik

Marokkanische Keramik gibt es in vielen Varianten, von den klassischen bunten Mustern bis hin zu schlichten, einfarbigen Entwürfen. Die meisten Werkstätten befinden sich in Safi, Fès und Meknès. Jede dieser Städte nutzt eigene Techniken und Glasuren. Verkauft werden vor allem handbemalte Schalen, Tassen, Aschenbecher, große Servierplatten sowie dekorative Gefäße.

In den Souks bieten kleine Läden oft Einzelstücke an. In den Töpfervierteln oder in größeren Lagern am Stadtrand ist die Auswahl meist größer und die Preise niedriger. Wenn du nach bestimmten Farben oder Mustern suchst, sprich die Verkäufer direkt an, da oft noch weitere Bestände im Lager liegen.

Preise und Transport

Die Kosten hängen von der Größe und dem Aufwand der Bemalung ab:

  • Kleine Schalen: ab etwa 20 DH.
  • Größere Teller oder Tajines: 100–300 DH.

Händler wickeln die Keramik beim Kauf meist nur in Papier ein. Für den Flug reicht das als Schutz selten aus. Es ist sicherer, die Stücke im Koffer fest zwischen dicke Kleidung zu verstauen oder sie direkt im Handgepäck zu transportieren.

Tajine

Die Tajine ist ein spitz zulaufender Schmortopf aus Lehm, der in Marokko sowohl zum Kochen als auch zum Servieren verwendet wird. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen unglasierten, naturbelassenen Modellen, die im Alltag zum Kochen dienen, und bunt glasierten oder mit Metall beschlagenen Tajines. Letztere werden primär als Serviergeschirr oder als Dekoration genutzt. Viele der verzierten Töpfe sind nicht hitzebeständig und können auf dem Herd springen.

Preise und Transport 

Eine kleine Tajine für eine Person wiegt bereits ein bis zwei Kilogramm, während Familientajines aufgrund ihres Gewichts für den Flugkoffer meist zu unhandlich sind. Die Preise für einfache Tajines zum Kochen beginnen bei etwa 30 DH. Verzierte Modelle liegen je nach Dekor zwischen 100 und 300 DH.

Falls der Platz im Gepäck fehlt, lassen sich vor allem die schweren Standardmodelle zu ähnlichen Preisen bei Importeuren in Europa bestellen. Beim Online-Kauf findet man zudem spezielle Ausführungen mit ferromagnetischem Boden, die auf Induktionsherden funktionieren.

Als Geschenk ist eine Tajine erfahrungsgemäß nur sinnvoll, wenn die Beschenkten mit der Handhabung vertraut sind. Für Unkundige bleibt der schwere Topf oft im Schrank stehen. Wer ein Modell aus Marokko mitbringt, sollte es im Koffer sehr dick mit Kleidung polstern, da der gebrannte Lehm bei Stößen leicht bricht.

Turban und Tücher

Baumwolltücher und Turbane sind aufgrund ihres geringen Gewichts und ihrer einfachen Handhabung beliebte Mitbringsel. In Marokko dienen sie vor allem als Schutz vor Sonne, Wind und Staub. Die einfachsten Modelle bestehen aus Baumwolle oder Viskose, während hochwertige Varianten oft aus Kaktusseide (Sabra) oder feiner Wolle gewebt sind.

Klassische Wüstentücher, wie sie im Süden des Landes getragen werden, sind meist mehrere Meter lang und bedecken Kopf und Nacken vollständig. In den Städten findet man eher quadratische oder kürzere Schals mit verschiedenen Mustern und Stickereien.

Preise und Qualität 

Die Preise richten sich nach der Länge des Tuches und der Materialqualität.

  • Einfache Baumwolltücher: ab etwa 30–50 DH.
  • Bestickte oder hochwertige Schals: zwischen 80 und 150 DH.

Beim Kauf sollte man auf die Webdichte und die Kantenverarbeitung achten. Einfache Tücher verlieren bei der ersten Wäsche oft viel Farbe, weshalb eine separate Handwäsche empfehlenswert ist. Ein schlichtes, unifarbenes Tuch ist oft vielseitiger einsetzbar als die sehr auffälligen Varianten. Tücher eignen sich weiterhin gut, um zerbrechliche Souvenirs wie Keramik im Koffer zu polstern.

Zellige – Marokkanische Fliesen

Zellige sind handgefertigte Tonfliesen, die vor allem für ihre geometrischen Mosaiken bekannt sind. Die Herstellung ist aufwendig. Die Fliesen werden erst glasiert und gebrannt, bevor die Handwerker die einzelnen Formen mit einem Hammer aus der Platte schlagen. Da die Mosaike oft mit der Oberseite nach unten zusammengesetzt werden, erfordert die Produktion hohe Präzision. Kleine Unregelmäßigkeiten in der Oberfläche und Farbschattierungen sind charakteristisch für dieses Handwerk und unterscheiden es von industrieller Massenware.

Kauf und Transport 

Da ganze Zellige-Wände oder Brunnen für den Transport zu schwer sind, werden für Reisende oft kleinere Formate angeboten:

  • Einzelne Fliesen oder Sets: als Untersetzer oder als Wanddekoration nutzbar.
  • Mosaik-Tische: In den Werkstätten in Fès oder Marrakesch können diese gekauft und per Spedition verschickt werden.
  • Preise: Einzelne handgeschlagene Fliesen kosten oft 20–50 DH. Fertige kleine Mosaikbilder oder Spiegelrahmen liegen meist im dreistelligen Dirham-Bereich.

Die wichtigsten Zentren für Zellige sind Fès und Tétouan. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Kanten der Mosaikstücke sauber in Gips oder Zement gefasst sind, damit sie beim Transport nicht ausbrechen. Aufgrund des hohen Gewichts und der Zerbrechlichkeit des Materials ist eine sehr stabile Verpackung im Koffer oder die Aufgabe als Sperrgut notwendig.

Kleidung

Das Angebot an marokkanischer Kleidung in den Souks reicht von Alltagskleidung wie der Djellaba, einem langen Gewand mit spitzer Kapuze, über Abayas bis hin zu festlichen Gewändern. Für Touristen sind oft leichte Tuniken oder Kaftane aus Baumwolle oder Leinen interessant, die sich gut für warme Temperaturen eignen. Während einfache Modelle oft industriell gefertigt werden, erkennt man hochwertige Stücke an handgearbeiteten Stickereien, den sogenannten Sfifa, entlang der Knopfleiste und der Säume.

Bei leuchtenden Farben, insbesondere bei Indigo oder tiefem Rot, ist Vorsicht geboten. Die Stoffe sind oft nicht farbecht und sollten die ersten Male unbedingt separat und kalt per Hand gewaschen werden. In größeren Städten wie Marrakesch oder Casablanca gibt es zudem moderne Concept Stores, die traditionelle Schnitte mit zeitgenössischen Designs und Stoffen kombinieren.

Preise und Varianten 

Die Preisspanne ist aufgrund der Materialunterschiede und des Arbeitsaufwands sehr groß:

  • Einfache Kaftane oder Tuniken: ab etwa 100–250 DH.
  • Leinenhemden: ca. 150–300 DH.
  • Festliche Takshitas (zweiteilige Kleider): Die aufwendigen Roben für Hochzeiten beginnen bei etwa 1.500 DH und können bei Seidenstoffen und Handstickerei mehrere tausend Dirham kosten.

Beim Kauf sollte man besonders auf die Verarbeitung der Nähte unter den Achseln und am Halsausschnitt achten. Da die Schnitte oft sehr weit sind, lassen sie sich leicht transportieren, nehmen jedoch insbesondere bei schweren Djellabas aufgrund der Stoffmenge im Koffer einigen Platz ein.

Lederwaren, Schuhe und Sandalen 

Marokkanisches Leder wird weitgehend traditionell verarbeitet, wobei die Gerberviertel von Fès und Marrakesch als Zentren dieses Handwerks gelten. Das Angebot umfasst Taschen, Rucksäcke, Gürtel und Jacken sowie Wohnaccessoires wie ungefüllte Sitzkissen (Poufs) aus Kamel-, Rinder- oder Ziegenleder. 

Die Qualität hängt stark von der Gerbung und der Lederart ab. Viele Werkstätten bieten zudem Maßanfertigungen an. Wer eine Tasche oder Jacke nach eigenem Entwurf oder Foto fertigen lassen möchte, sollte dafür ein paar Tage Bearbeitungszeit einplanen.

Lederne Hausschuhe, die sogenannten Babouches, sowie Sandalen gehören zum Standardangebot fast jeder Stadt. Die Qualität erkennt man an der Sohlendicke und der Sauberkeit der Nähte. Babouches werden traditionell als Hausschuhe oder zu festlichen Anlässen getragen. Dagegen sind Ledersandalen für den Alltag im Freien konzipiert. Die Designs variieren regional. In den Städten findet man öfter auch fein bestickte Modelle, in den Bergregionen hingegen wird derberes Leder verwendet.

Preise und Transport 

Die Kosten richten sich nach dem Materialaufwand und der Verarbeitung:

  • Einfache Babouches oder Sandalen: ab ca. 60–80 DH.
  • Hochwertige Ledersandalen mit fester Sohle: 150–250 DH.
  • Mittelgroße Ledertaschen: ab etwa 500 DH.
  • Lederjacken: 1.000–2.500 DH.

Beim Kauf sollte man beachten, dass Leder aus traditioneller Gerbung oft einen intensiven Eigengeruch aufweist. Dies ist kein Zeichen für mindere Qualität, verfliegt jedoch erst nach längerem Lüften im Freien. Bei Schuhen ist eine Anprobe ratsam, da die Größen oft kleiner ausfallen als die europäischen Größenangaben. Da Sandalen und ungefüllte Poufs sehr flach sind, lassen sie sich platzsparend im Koffer verstauen.

Lampen und Laternen

Marokkanische Leuchten werden meist aus Messing, Kupfer oder verzinntem Eisenblech gefertigt. Die charakteristischen Lichtmuster entstehen durch feine Stanzungen oder Ziseliereisen in der Metalloberfläche. Man unterscheidet zwischen leichten, gestanzten Blechlaternen und massiven Modellen aus Messing oder Kupfer, die häufig mit Glassegmenten kombiniert werden.

In Marrakesch konzentriert sich das Handwerk der Lampenmacher vor allem auf den Place des Ferblantiers in der südlichen Medina sowie in den angrenzenden Gassen. Dort lassen sich die unterschiedlichen Qualitätsstufen und Materialien direkt vergleichen.

Preise und Qualität 

Die Materialwahl bestimmt nicht nur den Preis, sondern auch die Robustheit:

  • Leichte Blechlaternen: ab ca. 100–300 DH. Diese sind preiswert, neigen jedoch bei Druck im Koffer zum Verbiegen.
  • Massive Messing- oder Kupferlampen: ab ca. 400 DH. Größere, aufwendig gearbeitete Deckenleuchten können mehrere tausend Dirham kosten.

Beim Kauf sollte man das Gewicht prüfen. Schwerere Metalle deuten auf höhere Langlebigkeit und bessere Verarbeitung hin. Da die meisten Lampen für den marokkanischen Markt produziert werden, sind sie oft nur für Kerzen oder einfache Fassungen vorgesehen.

Für den Transport müssen insbesondere die Glasflächen und die filigranen Metallspitzen der Laternen geschützt werden. Es empfiehlt sich, den Hohlraum im Inneren der Lampe mit weicher Kleidung auszustopfen, um die Stabilität gegenüber Druck von außen zu erhöhen.

Fossilien/Geoden

Marokko gehört zu den weltweit bedeutendsten Fundorten für Fossilien und Mineralien. Das Zentrum des Handels liegt in der Region um Erfoud und Rissani am Rand der Sahara. Dort werden vor allem versteinerte Meeresbewohner wie Trilobiten und Ammoniten sowie polierter Stein mit Orthoceraten-Einschlüssen verkauft. Ebenfalls verbreitet sind hohle Quarzgeode, die im Inneren Kristallstrukturen aufweisen.

Beim Kauf ist jedoch Vorsicht geboten, da auf den Märkten häufig Fälschungen angeboten werden. Besonders bei Trilobiten werden oft Abgüsse aus Kunstharz oder Zement verkauft, die echten Versteinerungen täuschend ähnlich sehen. Kleine Luftblasen im Material oder ein unnatürlich gleichmäßiges Erscheinungsbild können auf solche Manipulationen hindeuten.

Preise und Ausfuhrbestimmungen 

Die Preise variieren je nach Seltenheit und Qualität der Präparation extrem. Einfache Ammoniten sind für wenige Dirham erhältlich, während wissenschaftlich relevante Funde hohe Summen kosten können.

  • Einfache Fossilien oder Geode: ab 20–50 DH.
  • Präparierte Sammlerstücke: mehrere hundert bis tausend Dirham.

Rechtlich unterliegt die Ausfuhr von Fossilien strengen Regeln. Marokko schützt seine paläontologischen Ressourcen zunehmend, und der Export wissenschaftlich wertvoller Stücke ist verboten. Für Touristen ist die Ausfuhr von kleinen, im Handel erworbenen Souvenirs meist erlaubt. Man sollte jedoch ausschließlich bei lizenzierten Händlern kaufen und eine offizielle Rechnung verlangen. Bei Zweifeln an der Rechtmäßigkeit oder dem Wert eines Stücks können die Zollbehörden die Ware beschlagnahmen. 

Kunsthandwerk aus Metall

Metallarbeiten aus Messing, Kupfer oder Silber prägen das Bild vieler Souks. Das Sortiment reicht von verzierten Teekannen und Tabletts bis hin zu Schalen und Schmuck. Besonders in Fès und Sefrou hat dieses Handwerk eine lange Tradition. Man unterscheidet heute zwischen maschinell gefertigter Massenware und Stücken, die durch Handstempel oder Ätzungen veredelt wurden. Der Unterschied zeigt sich bei genauerem Hinsehen, denn maschinelle Muster sind absolut symmetrisch. Dagegen weist echte Handarbeit feine, individuelle Variationen im Dekor auf.

In vielen Medinas liegen die Werkstätten der Metallschmiede in eigenen Vierteln. Wer den Handwerkern bei der Arbeit zusieht, bekommt ein besseres Gefühl für den Aufwand hinter den Mustern. In spezialisierten Ateliers werden oft hochwertigere Legierungen verwendet, die weniger schnell anlaufen als günstige Touristenware.

Preise und Pflege

Die Kosten hängen vom Gewicht des Metalls und der Detailtiefe der Gravur ab:

  • Klassische Teekannen: ab etwa 150–300 DH.
  • Handgeätzte Tabletts: je nach Durchmesser und Material zwischen 200 und 800 DH.

Silberfarbene Kannen bestehen oft aus einer Kupferlegierung, die mit einer dünnen Schicht aus Nickel oder Silber überzogen ist. Beim Kauf sollte man darauf achten, ob die Kannen innen lebensmittelecht beschichtet (verzinnt) sind, falls sie tatsächlich für die Zubereitung von Tee genutzt werden sollen. Da Metall schwer ist, sollte das Gewicht im Fluggepäck vorab einkalkuliert werden. Polierte Oberflächen lassen sich für den Transport gut in weiche Tücher einwickeln, um Kratzer zu vermeiden.

Musikinstrumente

Marokkos Musiklandschaft spiegelt sich in einer Vielzahl handgefertigter Instrumente wider. Man unterscheidet primär zwischen der klassisch-arabischen Tradition und den Instrumenten der Gnawa- sowie der Berbermusik. Zu den bekanntesten Saiteninstrumenten gehört die Oud, eine Kurzhalslaute mit bauchigem Korpus. In der Gnawa-Tradition dominiert die Guembri, eine dreisaitige Kastenlaute, deren Resonanzkörper mit Kamelhaut bespannt ist.

Rhythmikinstrumente sind in den Souks am weitesten verbreitet. Dazu zählen die Darabuka, eine becherförmige Trommel aus Ton oder Metall, sowie die Bendirs, flache Rahmentrommeln, die oft eine Schnarrsaite auf der Rückseite haben. Wer Instrumente aus dem Umfeld der Gnawa-Musik sucht, findet spezialisierte Werkstätten vor allem in Essaouira und in den Wüstenregionen im Süden.

Preise und Transport 

Die Kosten variieren je nach Holzart und Verarbeitungsqualität:

  • Einfache Trommeln (Darabukas): ab etwa 50–150 DH.
  • Saiteninstrumente (Oud oder Guembri): einfache Ausführungen ab 500 DH, Profi-Instrumente kosten mehrere tausend Dirham.

Beim Kauf sollte man auf Risse im Holz oder in der Bespannung achten, da die trockene Luft in Marokko das Material anders beansprucht als das europäische Klima. Große Instrumente wie die Oud gelten im Flugzeug als Sperrgut und benötigen für einen sicheren Transport einen stabilen Koffer (Hardcase). Kleinere Perkussionsinstrumente oder Flöten lassen sich hingegen problemlos im Handgepäck oder gut gepolstert im Koffer befördern.

Teppiche und Läufer

Das Angebot an marokkanischen Knüpf- und Webarbeiten ist mannigfaltig und reicht von flach gewebten Kelims bis hin zu hochflorigen Wollteppichen. Die bekanntesten Stile stammen aus dem Mittleren und dem Hohen Atlas. Neben Wolle kommt häufig Baumwolle für leichtere Läufer oder die sogenannte Kaktusseide (Sabra) zum Einsatz, die aus den Fasern der Agave gewonnen wird und einen seidigen Glanz aufweist.

Es ist empfehlenswert, den Kauf eines Teppichs bis zum Ende der Reise aufzuschieben, um ein Gespür für die verschiedenen Stile und Marktpreise zu entwickeln. Ein echter handgeknüpfter Teppich entsteht nach wochenlanger Arbeit und hat einen entsprechend hohen Wert. Ein fairer Preis für ein hochwertiges, mittelgroßes Stück liegt oft im Bereich von mehreren hundert Euro. 

Transport und Logistik 

  • Kleine Läufer und Kelims: Diese lassen sich meist eng rollen oder falten und passen problemlos ins Aufgabegepäck. 
  • Große Teppiche: Sie überschreiten oft die Maß- und Gewichtsgrenzen für Linienflüge. Viele Händler bieten weltweiten Versand per Spedition an. Diese Option sollte man jedoch nur bei Händlern wählen, die einen seriösen Eindruck hinterlassen und detaillierte Frachtpapiere ausstellen. Hierbei fallen Versandkosten sowie gegebenenfalls Zollgebühren an.

Beim Kauf sollte man den Teppich bei Tageslicht prüfen und auch die Rückseite begutachten. Unregelmäßigkeiten in der Knüpfung sind bei Handarbeit normal, aber die Knoten sollten fest sitzen und die Farben sollten nicht bei Reibung abfärben.

Welche marokkanischen Souvenirs rechtlich problematisch sind

Beim Kauf von Souvenirs sind die marokkanischen Zollbestimmungen zu beachten, um Probleme bei der Ausreise zu vermeiden. Besonders bei geologischen Funden und Kulturgütern gelten strikte Regeln.

Fossilien und Mineralien 

Die Ausfuhr von Mineralien und Fossilien (wie Ammoniten oder Trilobiten) ist für Touristen in begrenztem Umfang erlaubt. Solange die Anzahl der Stücke pro Reisendem zehn nicht überschreitet, sind keine speziellen Genehmigungen erforderlich. Werden diese Mengen überschritten oder handelt es sich um wissenschaftlich bedeutsame Funde, ist eine offizielle Ausfuhrerlaubnis erforderlich. Bei größeren Einkäufen sollte man stets eine Rechnung eines lizenzierten Händlers ausstellen lassen, um Probleme mit dem marokkanischen Zoll zu vermeiden.

Antiquitäten und Kulturgüter

Marokko schützt sein kulturelles Erbe sehr strikt. Für die Ausfuhr von echten Antiquitäten, historischen Kunstgegenständen oder wertvollen Sammlerstücken ist eine Genehmigung des marokkanischen Kulturministeriums erforderlich. Da Laien oft schwer zwischen einer geschickt auf „alt“ getrimmten Replik und einer echten Antiquität unterscheiden können, ist beim Kauf vermeintlich historischer Objekte Vorsicht geboten.

Betäubungsmittel 

Obwohl der Anbau von Cannabis in bestimmten Regionen Marokkos für medizinische und industrielle Zwecke teilweise legalisiert wurde, sind der private Besitz und der Konsum in Marokko weiterhin strafbar. Zudem gilt natürlich ein striktes Ausfuhrverbot für alle Cannabisprodukte. Der Versuch, Haschisch über die Grenze zu bringen, wird von den marokkanischen Behörden strafrechtlich verfolgt und führt im Zielland – unabhängig von etwaigen Teillegalisierungen – zu schweren Verstößen gegen das Einfuhr- und Betäubungsmittelgesetz. Wer in Marokko Haschisch erworben hat, sollte vor der Abreise alle Reste verbrauchen oder entsorgen.

Tipps für den Souvenirkauf in Marokko

Um beim Shoppen in Marokko entspannt zu bleiben und faire Preise zu erzielen, helfen ein paar einfache Grundregeln.

Währung und Umrechnung 

Der Wechselkurs zwischen Euro und marokkanischem Dirham (MAD) liegt meist stabil bei etwa 1:11. Um im Kopf schnell den Überblick zu behalten, hilft eine einfache Faustformel: Teile den Dirham-Betrag durch 10 und ziehe vom Ergebnis noch einmal 10 % ab.

Beispiel: Ein Souvenir kostet 200 DH.

  1. Durch 10 teilen: 200 / 10 = 20
  2. Davon 10 % abziehen: 20-2= 18 Euro (Der exakte Wert läge bei 18,18 Euro, so dass diese Rechnung für den Alltag präzise genug ist)

Kleingeld und Bezahlen 

In den Souks ist Bargeld das wichtigste Zahlungsmittel. Es ist ratsam, stets einen Vorrat an kleinen Scheinen und Münzen mitzuführen, da Händler bei großen Scheinen oft Wechselgeld bei Nachbarn suchen müssen. Zähle das Wechselgeld grundsätzlich direkt nach Erhalt nach. Zwar ist grober Betrug in solchen Situationen selten, aber Rechenfehler kommen im geschäftigen Treiben der Gassen auch mal vor.

Die Kunst des Handelns 

Verhandeln ist in den Souks ein fester Bestandteil der Kultur. Der erstgenannte Preis ist fast immer eine zu hohe Verhandlungsbasis, besonders für Touristen. Akzeptiere daher nie das erste Angebot. Da die meisten Waren an vielen verschiedenen Ständen angeboten werden, lohnt es sich, erst bei mehreren Händlern die Qualität und die Preisforderungen zu vergleichen, bevor man in eine ernsthafte Verhandlung einsteigt.

Regional Einkaufen 

Die besten Preise und Qualitäten findet man oft dort, wo das Handwerk seinen Ursprung hat. Es lohnt sich daher, gezielt nach regionalen Spezialitäten zu suchen.

  • Arganöl und Korbwaren: Regionen Essaouira und Agadir.
  • Lederwaren: Fès und Marrakesch.
  • Silberschmuck: Tiznit.
  • Safran: Taliouine.
  • Zellige und Keramik: Fès und Safi.

Ensembles Artisanaux

In größeren Städten wie Marrakesch oder Rabat bieten die staatlich geförderten „Ensembles Artisanaux“ eine gute Alternative zum Souk. In diesen Komplexen verkaufen Kunsthandwerker ihre Produkte zu Festpreisen. Auch wenn die Preise dort oft etwas höher liegen als im Souk, bekommt man im Ensemble Artisanal einen realistischen Referenzwert für die Qualität der Waren und kann ohne Verhandlungsdruck in kurzer Zeit verschiedene marokkanische Mitbringsel an einem Ort erwerben.

Autorenbild Schmidt

Joachim Schmidt ist Journalist und Kommunikationswissenschaftler. Seit 2000 ist er jedes Jahr in Marokko unterwegs, zunächst als Backpacker, später als Reisejournalist und heute am liebsten mit der Familie. Dabei verbindet er sein gesammeltes Hintergrundwissen mit großer Leidenschaft für die marokkanische Kultur und Küche. Seinen Tag beginnt er am liebsten mit einem Espresso in einem kleinen Straßencafe in der Medina.

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