Game of Thrones-Drehorte in Marokko: Auf den Spuren von Khaleesi

Wusstest du, dass die „Sprengerin der Ketten“ aus Game of Thrones ihre Armee in Marokko rekrutierte? Die raue Schönheit Essaouiras und die rötlichen Erdtöne von Aït-Ben-Haddou dienten als reale Vorbilder für die Städte Astapor, Yunkai und Pentos. Mehr über die marokkanischen Drehorte und darüber, wie du diese legendären Filmsets heute selbst besuchen kannst.

Zwei der ikonischsten Orte Marokkos spielten in der Erfolgsserie Game of Thrones eine Hauptrolle. In der windumtosten Küstenstadt Essaouira dienten die alten Wallmauern, die Hafenanlage und die Medina der Inszenierung der fiktiven Stadt Astapor. In Staffel drei der HBO-Serie erhält Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) als Befreierin der Sklaven schließlich vor der ikonischen Kulisse Ait Ben Haddous (Pentos/Yunkai) den Beinamen “Sprengerin der Ketten“.

Essaouira: Die Sklavenstadt Astapor

Die historische Kulisse der Hafenstadt Essaouira diente als Set für Daenerys’ Kettensprenger-Storyline. Die wichtigsten Drehorte sind die Stadtmauern von Essaouira. Hier wurden Daenerys’ Ankunft, der Marsch der Unbefleckten und der überaus foreshadowy-drakonische „Walk of Punishment“ inszeniert. Auf der Skala du Port wird Danaerys von einem neuen Verbündeten vor einem Attentat gerettet. Im Hintergrund schaukeln die typischen blauen Fischerboote von Essaouira.

Essaouira stellt Astapors Hafen dar, wo unter anderem die Verhandlungen mit dem Sklavenhändler stattfinden. In den Gassen, Souks und Plätzen der Medina entstanden schließlich die Markt‑ und Straßenszenen. In Astapor sehen wir zum ersten Mal, wozu die Mutter der Drachen und ihre Kinder fähig sind. Der Sklavenhändler lernt auf schmerzhafte Weise, was ein echter Drache vom Leinenzwang hält.

Als Daenerys ihre Armee der Unbefleckten aus der Stadt herausführt, sieht man im Hintergrund den Atlantik und die vorgelagerten Inseln bei Essaouira. Dort, wo in Essaouira die holländischen Bronzekanonen aufs Meer gerichtet sind, lässt die Drachenkönigin die ehemaligen Sklavenhalter kreuzigen.

Alle Game-of-Thrones-Drehorte in Essaouira sind für Besucher zugänglich. Der Eintritt zur Stadtmauer ist frei. Der Zutritt zum Turm auf der Skala du Port kostet ca. 60 DH pro Person.

Ait Ben Haddou: Yunkai und Pentos

Das UNESCO-Weltkulturerbe Ait Ben Haddou diente als Kulisse für die Städte Yunkai und Pentos auf dem fiktiven Kontinent Essos. Dank seiner zeitlos wirkenden Lehmarchitektur, den gestaffelten Kasbahs, den Zinnen und den Türmen kam die Anlage dabei fast gänzlich ohne den Einsatz von Computeranimationen aus. Die monumentale Lehmburg Aït Ben Haddou, rund 30 Kilometer nordwestlich von Ouarzazate, wurde in Game of Thrones mehrfach zur Bühne für Daenerys’ Aufstieg in Essos. 

Als Yunkai sehen wir die gewaltigen Mauern der Ksar-Anlage aus der Totalen. Hier fordert Daenerys die Freilassung der Sklaven, hier marschieren ihre Truppen auf, und hier entscheidet sich, dass ihr Kreuzzug gegen die alten Mächte weitergeht. Die schroffen Hügel rund um das Dorf verstärken den Eindruck einer abgeschotteten, stolzen Stadt irgendwo tief im Binnenland von Essos.

Eine der emotionalsten Szenen der Serie wurde direkt vor den Mauern von Aït Ben Haddou inszeniert. Nachdem Yunkai erobert ist, wird Daenerys von den befreiten Menschen als „Mhysa“ – Mutter –  zur Musik von Ramin Djawadi auf Händen getragen. Die Kamera hebt sich über die Menge, und die Lehmtürme der Ksar bilden die eindrucksvolle Kulisse für diesen ikonischen Moment. 

Auch Pentos, wo Daenerys zu Beginn ihrer Reise mit den Dothraki lebt, greift visuell auf die Architektur von Aït Ben Haddou zurück. Die verschachtelten Innenhöfe, Treppen und Terrassen bieten das passende Ambiente für Intrigen, Handelsgespräche und Machtspiele. 

Heute kann man frei durch die Gassen des Ksar streifen, die steilen Wege bis zur oberen Speicherburg hinaufsteigen und genau jene Perspektiven entdecken, die in der Serie als Yunkai oder Pentos dargestellt werden. Der Zugang zur Anlage ist grundsätzlich kostenlos. Wer früh am Morgen oder zum Sonnenuntergang kommt, erlebt die Festung im besten Licht – fast so, als könnte hinter der nächsten Ecke gleich eine Drachenkönigin auftauchen.

Autorenbild Schmidt

Joachim Schmidt ist Journalist und Kommunikationswissenschaftler. Seit 2000 ist er jedes Jahr in Marokko unterwegs, zunächst als Backpacker, später als Reisejournalist und heute am liebsten mit der Familie. Dabei verbindet er sein gesammeltes Hintergrundwissen mit großer Leidenschaft für die marokkanische Kultur und Küche. Seinen Tag beginnt er am liebsten mit einem Espresso in einem kleinen Straßencafe in der Medina.

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