Exit Marrakech

„Exit Marrakech“ von Caroline Link (Oscar für „Nirgendwo in Afrika“) ist eine Vater-Sohn-Geschichte mit Roadtrip-Elementen vor der Kulisse Marokkos. Der Film handelt von Entfremdung und Selbstsuche und stellt die innere Entwicklung der Protagonisten in den Mittelpunkt.

Der 17-jährige Ben ist Diabetiker und Scheidungskind. Widerwillig verbringt er die Sommerferien in Marrakesch bei seinem emotional distanzierten Vater Heinrich, einem erfolgreichen Theaterregisseur, dem das Land außerhalb seines Hotelpools fast ebenso egal ist wie die Bindung zu seinem Sohn Ben. Als dieser die junge Prostituierte Karima kennenlernt, beginnt sein Roadtrip durch das Atlasgebirge.

Caroline Link schrieb das Drehbuch zu „Exit Marrakech“ etwa drei Jahre vor Beginn der Dreharbeiten. Die Filmidee entstand schließlich aus ihrer langjährigen Faszination für Marokko sowie aus dem Wunsch, einen Vater-Sohn-Konflikt zu erzählen.

Deutscher TitelExit Marrakech
Drehbuch und RegieCaroline Link
Produktionsland und -JahrDeutschland, 2013
Laufzeit122 Minuten
Altersfreigabe6
Nominierungen und Auszeichnungen5 Deutsche Filmpreis-Nominierungen (u. a. Regie Caroline Link, Darsteller); Bayerischer Filmpreis
Aktuelle Verfügbarkeit (DE)Amazon Prime Video, Arthaus+, MagentaTV, AppleTV

Handlung

Das nächtliche Leben in Marrakesch, die Reise durch die Wüste und das Atlasgebirge dienen hierbei als Metaphern für das Fremde, das Verführerische und das Unübersichtliche. Hier wird Ben mit einer Welt konfrontiert, die sich seinem gewohnten Blick nicht sofort erschließt.

Ein zweites großes Thema ist das Erwachsenwerden im Verlauf eines Sommeraufenthalts in Marrakesch, in dem die jugendliche Hauptfigur neue Erfahrungen macht, sich von vertrauten Strukturen löst und eigene Entscheidungen trifft.

Trailer von „Exit Marrakech“

Darsteller und Rollen in „Exit Marrakech“

  • Ulrich Tukur – deutscher Schauspieler und Musiker – Heinrich (Bens Vater)
  • Samuel Schneider – deutscher Schauspieler – Ben
  • Hafsia Herzi – französische Schauspielerin und Regisseurin, César-Preisträgerin – Karima
  • Mohamed Majd – marokkanischer Film- und Theaterschauspieler (1940–2013) – Karimas Vater
  • Mourad Zaoui – marokkanischer Schauspieler, aktiv seit den 2000er Jahren – Abdeslam
  • Marie-Lou Sellem – deutsche Schauspielerin – Lea (Bens Mutter)
  • Josef Bierbichler – deutscher Schauspieler und Autor – Direktor Breuer
  • Abdesselam Bouhasni – marokkanischer Schauspieler – Ahmed

Wohlmeinende Kritiken beschreiben „Exit Marrakech“ als emotionales und visuell geprägtes Familiendrama, das seine Wirkung vor allem aus der Atmosphäre, der Landschaft und der Figurenkonstellation herleitet

Drehorte von Exit Marrakech

Die Dreharbeiten zu „Exit Marrakech“ fanden an Originalschauplätzen quer durch Marokko statt. In Marrakesch bildet der Platz Djemaa el-Fna mit seinen Marktständen und Schaustellern die Kulisse für Bens erste Erkundungsgänge. 

Den räumlichen Gegenpol zur Altstadt stellt das Luxushotel Les Jardins de la Koutoubia dar, in dem die Pool-Szenen mit Heinrich entstanden sind. Weitere Aufnahmen entstanden in den verwinkelten Gassen der Medina sowie in den Randbezirken, die im Film das ungeschönte Stadtleben zeigen.

Die Route führt aus der Stadt hinaus Richtung Atlasgebirge nach Asni, das für die Szenen in der raueren Berglandschaft genutzt wurde. Auf dem weiteren Weg in den Süden dienten Taliouine, Kalaat und Tinghir als Drehorte für die Reise- und Fahraufnahmen im Landesinneren.

Für die Wüstensequenzen wurden zwei Regionen kombiniert. Ein Teil der Reise spielt in den Steinwüsten südlich von Marrakesch. Die Szenen in den hohen Sanddünen wurden hingegen in Merzouga am Erg Chebbi gedreht. In Agdz diente das Haus Dar Qamar als Kulisse, auf dessen Hoteldach wichtige Gespräche zwischen Vater und Sohn stattfinden. Die Küstenstadt Essaouira bildet schließlich den visuellen Abschluss der Reise.

Video der Premierenfeier beim Filmfest München

Autorenbild Schmidt

Joachim Schmidt ist Journalist und Kommunikationswissenschaftler. Seit 2000 ist er jedes Jahr in Marokko unterwegs, zunächst als Backpacker, später als Reisejournalist und heute am liebsten mit der Familie. Dabei verbindet er sein gesammeltes Hintergrundwissen mit großer Leidenschaft für die marokkanische Kultur und Küche. Seinen Tag beginnt er am liebsten mit einem Espresso in einem kleinen Straßencafe in der Medina.

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