Marokko im August
Das Wetter in Marokko wird von zwei Klimazonen geprägt und weist regionale Unterschiede auf. Die Temperaturen im Hochsommer reichen, je nachdem, welchen Teil des Landes man bereist, von mild-mediterran bis glühend-saharisch.
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Marokko im August: das Wetter in ausgewählten Regionen
Im August erreicht die Hitze in Marokko ihren Höhepunkt. Während im Landesinneren und in der Wüste oft extrem hohe Temperaturen vorherrschen, bieten die Küstenregionen und die Hochlagen des Atlasgebirges ein deutlich gemäßigteres Klima. In den Bergen ist der Hochsommer eine Zeit, in der Trekkingtouren in großen Höhen ohne Spezialausrüstung gegen Kälte und Schnee möglich sind. Für eine Reise in diesem Monat empfiehlt es sich daher, die Route gezielt auf das Meer oder auf die Bergregionen auszurichten.
Die Hitze im Landesinneren wirkt zunächst abschreckend, ist aber durch die trockene Luft meist erträglicher, als man zunächst denkt. Selbst Städte wie Marrakesch lassen sich im August bereisen, auch wenn die Temperaturen regelmäßig an der 40-Grad-Marke kratzen.

Wenn man die Tagesplanung im August in Marokko an die Hitze anpasst und zum Beispiel Aktivitäten in die Morgen- und Abendstunden legt, längere Pausen einplant und gezielt Orte aufsucht, die Schatten oder Abkühlung bieten, kommt man mit dem Wetter im August überall in Marokko gut zurecht.
Marrakesch im August
In Marrakesch klettern die Temperaturen im August tagsüber oft über 40 °C. Erst nach Sonnenuntergang bringt ein leichter Wind aus der Wüste spürbare Abkühlung.
Um die Stadt in diesem Monat zu erkunden, empfiehlt es sich, den Tagesablauf strikt an das Klima anzupassen. Die Stunden zwischen 12 und 16 Uhr verbringt man am besten in den kühlen Innenhöfen der Riads oder in den schattigen Gassen der Medina. Orte wie der Bahia-Palast bieten dank ihrer Bauweise natürlichen Schutz vor der Sonne. In den Gärten des Jardin Majorelle, des Jardin Secret oder des Menara-Gartens findet man Schatten unter den Bäumen.

Wer der Hitze entkommen möchte, findet im nahen Atlasgebirge deutlich mildere Bedingungen. Tagesausflüge ins Ourika-Tal oder nach Imlil sind unkompliziert möglich und lassen sich im August gut mit Wanderungen verbinden. In Marrakesch selbst beginnt das öffentliche Leben im Hochsommer erst spät. Der Djemaa el-Fna und die umliegenden Viertel füllen sich in den Abendstunden, wenn die Stadt auflebt.
Atlantikküste, Essaouira und Agadir im August
Entlang der marokkanischen Atlantikküste sorgt der Ozean auch im Hochsommer für gemäßigte Temperaturen. In Rabat bleibt es durch die stetige Seebrise verhältnismäßig mild, sodass es angenehm ist, die Hauptstadt zu erkunden. Weiter südlich steigen die Werte zwar an, bleiben jedoch weit hinter der Hitze des Landesinneren zurück.

Essaouira ist für seine starken Winde bekannt, die selbst im August für kühle Luft sorgen. Bei Wassertemperaturen zwischen 20 und 22 °C finden hier vor allem Surfer und Kiter gute Bedingungen vor, wobei der Wind das Meerwasser stellenweise spürbar abkühlt.
Wer es ruhiger mag, findet in kleineren Küstenorten wie Oualidia, Imsouane oder Sidi Ifni entspannte Alternativen abseits der größeren Zentren.

In Agadir ist das Wetter beständiger und weniger windig als in Essaouira. Mit Durchschnittswerten von etwa 26 °C und warmem Wasser bei etwa 22 °C ist die Region ein Ziel für klassische Strandaufenthalte.
Da im August marokkanische Sommerferien sind, teilen sich Reisende die Küstenorte in diesem Monat verstärkt mit einheimischen Urlaubern.

Nordmarokko und Fès im August
In Nordmarokko bleibt es im August weitgehend trocken und sonnig. Während die Küstenabschnitte am Mittelmeer und am Atlantik von maritimen Einflüssen profitieren, nimmt die Hitze landeinwärts spürbar zu.
Das Klima wandelt sich dort zu einer kontinentalen Prägung mit deutlichen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht.

In Fès klettert das Thermometer im August regelmäßig über 35 °C. Erst in den späten Nachtstunden sinkt das Thermometer auf etwa 20 °C. Die einzige wirkliche Phase der Abkühlung bieten die frühen Morgenstunden mit rund 18 °C. Wer die historischen Königsstädte besucht, sollte Besichtigungen daher in diese Randzeiten einplanen.
An der Mittelmeerküste zeigt sich der Norden von einer anderen Seite. Zahlreiche versteckte Buchten und breite Sandstrände bieten zwischen Tanger und Saidia gute Bedingungen für Badeaufenthalte. Das Wasser ist hier meist wärmer als am offenen Atlantik. Die Meeresbrise hält die Lufttemperaturen moderat. Wer die intensive Sommerhitze im Hinterland meiden möchte, findet an diesem Küstenstreifen mehrere sehr schöne Orte.
Südmarokko und die Wüste im August
Die Wüstengebiete im Süden weisen im August den stärksten klimatischen Kontrast zur Atlantikküste auf. Da es in dieser Region so gut wie nie regnet, ist die Hitze extrem hoch und die Luft zugleich trocken. Dank der extremen Trockenheit sind Werte über 40 Grad zwar erträglich, dennoch bleibt die Belastung für den Kreislauf hoch.
Ein Vorteil der Reisezeit ist die geringe Zahl der Besucher. Wer die Sahara im August besuchen möchte, sollte allerdings auf eine konsequente Vorbereitung achten. Ausreichendes Trinkwasser, Sonnenschutz und eine geeignete Kopfbedeckung sind bei diesen Extremwerten unverzichtbar. Viele Touranbieter nehmen nach einer Pause im Juni und Juli den Betrieb im August wieder auf. Die Bedingungen bleiben jedoch auch im August fordernd.
Wer das Wüstenfeeling sucht, aber die lange Anreise und die intensive Hitze der tiefen Sahara scheuen möchte, findet in der Agafay-Wüste nahe Marrakesch eine leichter erreichbare Alternative zum Besuch der Dünen von Erg Chebbi oder Erg Chegaga.

Meine Tipps für Marokko im August
Nach mehreren Reisen durch verschiedene Regionen im Hochsommer rate ich, die erste Woche an der Atlantikküste zu verbringen. Orte wie Essaouira, Oualidia, Imsouane oder Mirleft bieten gute Bedingungen zum Surfen, Kiten oder Baden. Auch die Mittelmeerküste mit ihren versteckten Buchten wird bisher nur von recht wenigen internationalen Touristen besucht und ist deswegen ein echter Geheimtipp.
Anschließend lohnt sich ein Abstecher nach Marrakesch, um die besondere Abendstimmung der Stadt zu erleben. Von dort aus ist der Hohe Atlas der beste Rückzugsort vor der Hitze. Ob als Tagesausflug zu den Wasserfällen oder als dreitägige Trekkingtour: In den höheren Lagen ist das Klima hervorragend zum Wandern geeignet.