Paradise Valley
In den Ausläufern des Hohen Atlas liegt ein Ort, der fast unwirklich wirkt. Wie eine grüne Fata Morgana taucht das Paradise Valley aus der kargen Berglandschaft auf, rund 35 Kilometer nördlich von Agadir, und macht seinem Namen schon beim ersten Anblick alle Ehre.
Dort, wo sich der Fluss Asif Tamrhakht seinen Weg durch das Gestein bahnt, wachsen dichte Palmenhaine aus dem Boden und setzen einen lebendigen Kontrast zu den steilen, honigfarbenen Felswänden. Lange Zeit galt das Tal als Rückzugsort für Aussteiger und Individualisten. Eine hartnäckige Legende erzählt sogar, Jimi Hendrix habe hier in den 1960er-Jahren Zeit verbracht. Ob wahr oder nicht, die Geschichte passt erstaunlich gut zur Atmosphäre des Ortes.
Ganz unberührt ist dieses Paradies allerdings nicht geblieben. Das Valley ist längst kein Geheimtipp mehr. Tagestouren aus Agadir und Marrakesch sowie der starke Zulauf an Wochenenden haben ihre Spuren hinterlassen. Entlang der natürlichen Wasserbecken reihen sich Restaurants und Verkaufsstände, die der Landschaft ein Stück ihrer ursprünglichen Wildheit nehmen. Auch die Sauberkeit leidet stellenweise, wenn Müll achtlos zurückbleibt. Wer jedoch aufmerksam unterwegs ist und respektvoll mit der Natur umgeht, wird belohnt.

Denn trotz allem bleibt die Kulisse beeindruckend. Türkisfarbene Naturpools laden zwischen Arganbäumen und Wacholder zum Abkühlen ein, während der Duft von wildem Thymian und Lavendel in der Luft liegt. Die Landschaft fühlt sich ursprünglich an und liegt weit entfernt von den Hotelanlagen an der Küste.
Wenn du früh morgens oder unter der Woche kommst, findest du noch immer diese besondere Ruhe, die das Paradise Valley ausmacht. Ein echtes Schmuckstück und ein lohnenswertes Ziel, wenn du Marokko abseits der Strandpromenade Agadirs erleben möchtest.
Anreise zum Paradise Valley
Das Paradise Valley liegt rund 30–35 Kilometer nördlich von Agadir in den Bergen des Anti-Atlas und ist gut mit dem Auto erreichbar. Die Straßen sind durchgehend asphaltiert und für normale Pkw geeignet, solange du tagsüber unterwegs bist und defensiv fährst. Im Tal selbst werden die Wege schmaler und kurviger, bleiben jedoch gut befahrbar.
Die einfachste und schnellste Route von Agadir dauert etwa 40 Minuten. Du startest in Agadir und folgst der N1 Richtung Norden entlang der vierspurigen Küstenstraße. Nach ungefähr 15–20 Kilometern biegst du bei Aourir auf die R104 oder die P1901 Richtung Imouzzer des Ida Outanane ab. Die Region ist oft auch direkt als „Paradise Valley“ ausgeschildert.
Am Parkplatz im Tal beginnt der Fußweg zu den natürlichen Wasserbecken. Die Wanderung ist leicht, dauert rund 30 Minuten und verläuft über einen gut erkennbaren Pfad. Ein Hinweisschild zeigt dir den Weg zu den Badeplätzen.
Alternativ werden von Agadir aus organisierte Tagesausflüge ins Paradise Valley angeboten, meist inklusive Hotelabholung. Wenn du kein eigenes Fahrzeug hast, ist das die unkomplizierteste Möglichkeit, das Tal zu besuchen.
Wann ist die beste Reisezeit für das Paradies Valley?
Für einen gelungenen Ausflug ins Paradise Valley spielen sowohl die Jahreszeit als auch der Zeitpunkt am Tag eine Rolle. Landschaftlich gesehen gilt der Februar als idealer Reisemonat. Nach den winterlichen Niederschlägen führt der Fluss Asif Tamrhakht meist am meisten Wasser. Die natürlichen Felsenbecken sind gut gefüllt und kleine Wasserfälle erwachen zum Leben. Gleichzeitig zeigt sich die Vegetation von ihrer schönsten Seite. So erwartet die Besucher sattes Grün, blühende Pflanzen und ein Tal, das seinem Namen alle Ehre macht.
Was die Tageszeit angeht, gilt eine einfache Regel: Wer früh kommt, gewinnt. Das Paradise Valley ist ein beliebtes Ziel für organisierte Tagestouren aus Agadir und Marrakesch, weshalb sich die Pools ab Mittag schnell füllen. Wenn du jedoch früh am Morgen startest und vor den Reisebussen ankommst, erlebst du die Oase noch in ruhiger, beinahe meditativer Stimmung.

Das weiche Morgenlicht sorgt für besonders schöne Fotomotive, und du hast die smaragdgrünen Naturbecken oft noch ganz für dich. Später am Tag weicht diese Ruhe dem geschäftigeren Treiben. Erst ab dem späten Abend beruhigt sich die Szenerie wieder.
Übernachten im Paradise Valley?
Direkt im Paradise Valley selbst gibt es weder Hotels noch klassische Ferienwohnungen. In der näheren Umgebung findest du jedoch einige einfache, stimmige Unterkünfte, die gut zur Atmosphäre der Region passen. Nördlich des Tals liegen etwa die Auberge Bab Imouzzer (Booking.com) und die Auberge des Cascades Imouzzer (Booking.com). Beide liegen in ruhiger und naturnaher Umgebung und bieten sich als Ausgangspunkt für morgendliche Wanderungen ins Tal an.
Eine besondere Option ist das Afra Camp (Booking.com), das sich auf dem Weg vom Parkplatz ins Paradise Valley befindet. Hier übernachtest du in Zelten und erlebst das Tal von seiner ursprünglichsten Seite, inklusive Sternenhimmel und viel Ruhe, sobald die Tagesbesucher wieder verschwunden sind.
Auch für Wohnmobilreisende gibt es eine empfehlenswerte Möglichkeit. An der P1001 findest du bei MOMO Camping einen einfachen, aber gemütlichen Stellplatz, um die Nacht in unmittelbarer Nähe zur Natur zu verbringen.
Häufig gestellte Fragen zum Paradise Valley
Am Eingang des Paradise Valley stehen mehrere kostenpflichtige Parkplätze zur Verfügung. Von hier aus beginnt der Fußweg ins Tal. Vor Ort bieten Guides ihre Begleitung an. Diese ist jedoch nicht notwendig. Es gibt nur einen klar erkennbaren Weg, der dich nach etwa zehn Minuten zum ersten Naturbecken führt.
Für einen Besuch im Paradise Valley solltest du Badesachen für die Naturpools, Sonnencreme und ausreichend Trinkwasser einpacken. Festes, rutschfestes Schuhwerk ist empfehlenswert, da die Wege steinig sein können. Eine kleine Tasche oder ein Rucksack reicht für alles Nötige völlig aus.







