Stadtplan von Marrakesch

Ein Stadtplan von Marrakesch klingt nach Sicherheit. Im Alltag sorgt er allerdings oft für genau das Gegenteil. Vor allem in der Medina stößt das klassische Kartenlesen schnell an Grenzen. Aber gut vorbereitet und mit den richtigen Hilfsmitteln kommt man sicher ans Ziel.

Marrakesch und der klassische Stadtplan passen nur bedingt zusammen. Das gilt besonders für die Medina, in der man selten Straßenschilder zu Gesicht bekommt. Gassen enden plötzlich, verlaufen im Kreis oder gehen nahtlos ineinander über. Wer versucht, das Gewirr mit einer aufgeklappten Karte abzugleichen, braucht viel Geduld.

Hinzu kommt ein ganz praktisches Problem. Wer sichtbar orientierungslos wirkt, wird schnell angesprochen. Ein offener Stadtplan in der Hand wird oft als Einladung verstanden, Hilfe anzubieten. Nicht immer uneigennützig. Falsche Guides sind keine Seltenheit und der Weg zum Ziel kann am Ende teurer sein als gedacht.

Deshalb sind Print-Stadtpläne eigentlich nur zur Vorbereitung praktikabel. Daheim im Riad wirft man einen Blick auf den Stadtplan und prägt sich ein paar markante Punkte wie etwa Moscheen oder größere Plätze ein. Unterwegs sollte man sich dann eher auf grobe Orientierung verlassen und sich treiben lassen. Ein kleiner Umweg lässt sich in der nächsten Gasse meist korrigieren. Mit der Zeit entwickelt sich ein Gefühl für die Medina, in der Hektik nicht weiterhilft.

Marrakesch-Reiseführer mit herausnehmbaren Stadtplänen

Früher gab es für Marrakesch eigenständige Stadtpläne. Heute sind sie kaum noch verbreitet – und aus meiner Sicht sind sie auch nicht nötig. Für einen Aufenthalt reicht ein guter Städtereiseführer völlig aus. Die darin abgedruckten Karten sind übersichtlich und auf Touristen zugeschnitten. 

Empfehlenswert sind etwa der Reise-Know-how CityTrip Marrakesch oder der Marco Polo Marrakesch. Beide enthalten neben mehreren abgedruckten Karten außerdem herausnehmbare Stadtpläne für Marrakesch. Damit lässt sich vorab prüfen, welche Viertel für ein Riad infrage kommen oder wie weit sich Sehenswürdigkeiten voneinander entfernt liegen. Mehr braucht es in der Regel nicht.

Einen separaten Stadtplan würde ich mir daher sparen. Der Stadtplan von Marrakesch aus diesen beiden Reiseführern bietet denselben Nutzen und liefert zusätzlich Hintergrundinfos, Adressen und praktische Hinweise.

Digitale Stadtpläne und Navigation per Smartphone

Deutlich besser funktionieren digitale Karten. Smartphones greifen entweder auf Google Maps oder auf freie Karten von OpenStreetMap zurück. Wichtig ist dabei die Offline-Funktion. In der Medina ist mobiles Internet nicht immer zuverlässig und Roaming kann teuer werden.

Bewährt haben sich Apps wie OsmAnd oder Maps.me. Beide erlauben das Herunterladen kompletter Karten für Marrakesch und funktionieren auch ohne Netz. Das GPS des Smartphones zeigt den eigenen Standort genau an. In besonders engen Gassen hakt die GPS-Ortung zwar manchmal ein wenig, aber die Navigation funktioniert mit einem Smartphone wesentlich besser als mit einem gedruckten Stadtplan für Marrakesch.  Kurz prüfen, Richtung anpassen, weitergehen. Ohne großes Aufsehen.

Auf den OSM-Karten sind zudem viele zusätzliche Details wie Cafés, Riads, Geldautomaten oder Sehenswürdigkeiten gespeichert. Eine ausführliche Anleitung dazu findest du in diesem Artikel zur Offline-Navigation mit OsmAnd.

Digitaler Stadtplan von Marrakesch 

Der hier eingebundene digitale Stadtplan von Marrakesch ermöglicht einen schnellen Überblick über die Stadt und enthält Markierungen empfehlenswerter Sehenswürdigkeiten, Riads und Hotels sowie der Busbahnhöfe.

Fazit

Klassische Stadtpläne werden in Marrakesch oft überschätzt. In der Medina sind sie unhandlich und bieten wenig Orientierung. Ein guter Reiseführer und digitale Offline-Karten bieten hier deutlich bessere Dienste. Wer beides kombiniert und dabei gelassen bleibt, findet sich auch ohne Papierkarte zurecht. In Marrakesch ist es zudem völlig in Ordnung, auch mal nicht auf dem schnellsten Weg das Ziel zu erreichen.

Autorenbild Schmidt

Joachim Schmidt ist Journalist und Kommunikationswissenschaftler. Seit 2000 ist er jedes Jahr in Marokko unterwegs, zunächst als Backpacker, später als Reisejournalist und heute am liebsten mit der Familie. Dabei verbindet er sein gesammeltes Hintergrundwissen mit großer Leidenschaft für die marokkanische Kultur und Küche. Seinen Tag beginnt er am liebsten mit einem Espresso in einem kleinen Straßencafe in der Medina.