Gärten in Marrakesch

Die Gärten in Marrakesch sind historische und architektonische Zeugnisse von hoher kultureller Bedeutung. Sie sind nicht nur ästhetische und meditative Rückzugsorte, sondern spiegeln die über Jahrhunderte gewachsene enge Verbindung zwischen islamischer Gartenkunst, Architektur und Landwirtschaft wider.

Viele dieser Anlagen, von denen einige bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen (wie Agdal und Menara), wurden ursprünglich von Herrschern als Orte der Erholung und primär zur Versorgung der Stadt geschaffen. Die zum Teil hochentwickelten Bewässerungssysteme aus dieser Zeit gehen auf die Gartenanlagen zurück.

Andere, wie der Jardin Majorelle oder der Jardin Secret, entstanden als künstlerische oder private Oasen. Heute bieten die Gärten in Marrakesch die Möglichkeit, inmitten von Palmen, Orangenbäumen und geometrisch angelegten Wasserläufen innezuhalten und die „Rote Stadt“ aus einer ruhigeren, zeitlosen Perspektive zu erleben.

Jardin Majorelle

LageNeustadt Guéliz, Avenue Yves Saint Laurent, nordwestlich der Medina
Eintritt (Stand 2025)
– Jardin Majorelle: 170 DH (Kinder unter 10 Jahren: 95 DH)
– Kombiticket Jardin Majorelle & Pierre Bergé Museum: 230 DH (Kinder 130 DH)
– Yves Saint Laurent Museum: 140 DH (Kinder: 95 DH)
– komplettes Kombiticket: 330 DH (Kinder: 95 DH)
Tickets

Der Jardin Majorelle feierte kürzlich seinen 100. Geburtstag und ist zweifellos einer der bekanntesten Gärten in Marrakesch. Die zwei Hektar große Grünanlage wurde 1923 vom französischen Maler Jacques Majorelle als botanische „lebende Leinwand“ konzipiert und später durch Yves Saint Laurent und Pierre Bergé zu internationalem Ruhm geführt. Auf rund 4.000 Quadratkilometern entfaltet sich eine farbenprächtige Szenerie aus Kakteen, Bambus, Bougainvillea und Wasserbecken. Eingerahmt wird das Ganze vom ikonischen Majorelle-Blau, das dem Garten seinen unverwechselbaren Charakter verleiht.

Neben der Pflanzenvielfalt begeistert auch das kleine Berbermuseum, das Einblicke in die Kulturgeschichte Marokkos gibt. Trotz des regen Besucherandrangs vermittelt der Jardin Majorelle mit seinen schattigen Wegen und ruhigen Nischen das Gefühl einer künstlerischen Oase. Für Fotografie- und Kulturinteressierte gehört er zu den absoluten Höhepunkten der Stadt.

Agdal-Gärten

Lagesüdlich der Medina, angrenzend an den Königspalast
EintrittBesichtigung ist frei an den Tagen, an denen Teile geöffnet sind; normalerweise Freitag und Sonntag von etwa 9 bis 18 Uhr

Die monumentalen Agdal-Gärten gehören zu den ältesten Gartenanlagen Marrakeschs. Sie entstanden im 12. Jahrhundert unter der Almohaden-Dynastie und sind heute Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Über 400 Hektar erstrecken sich Olivenhaine, Orangen- und Granatapfelbäume, durchzogen von einem ausgeklügelten Bewässerungssystem und großen Wasserbecken, die einst der Versorgung der Stadt dienten. 

Bis heute sind die Agdal-Gärten eng mit dem benachbarten Königspalast verbunden und nur an bestimmten Tagen für die Öffentlichkeit geöffnet. Wer das Glück hat, den Park zu besuchen, erlebt eine fast meditative Stille inmitten weitläufiger Natur und jahrhundertealter Geschichte.

Menara-Garten

Lagesüdwestlich der Medina, ca. 2,5 km Richtung Flughafen
Eintrittfrei, kleine Gebühr für Pavillon, geführte Touren ab 39 €
Öffnungszeitentäglich von 8-18 Uhr

Der Menara-Garten ist einer der klassischsten Orte in Marrakesch, wenn es um die Verbindung von Landschaft, Geschichte und Aussicht geht. Er wurde im 12. Jahrhundert angelegt und diente über Jahrhunderte der Olivenproduktion sowie als königlicher Rückzugsort. Im Mittelpunkt steht der große rechteckige See, gespeist von Kanälen aus dem Atlasgebirge, an dessen Ufer der ikonische Pavillon aus dem 16. Jahrhundert mit seinem grünem Ziegeldach thront. 

Von hier eröffnet sich ein beeindruckendes Panorama: Der Blick auf das Atlasgebirge im Hintergrund zählt zu den beliebtesten Fotomotiven der Stadt. Mit seinen Olivenhainen und langen Alleen ist der Garten ein Ort für Spaziergänge in ruhiger Atmosphäre, besonders am Abend, wenn das Licht der untergehenden Sonne die Kulisse in warme Farben taucht.

Le Jardin Secret

Lage Medina, Mouassine-Viertel, in der Nähe des Djemaa el-Fna
Eintrittspreise1000 DH (Erwachsene) / 80 DH (Personen von 7-24 Jahre)

Turmbesuch: 40 DH / 30 DH  (Personen von 7-24 Jahre)

Gruppen ab 15 Personen: 80 DH/pro Person

freier Eintritt für Menschen mit eingeschränkter Mobilität (Rollstuhlfahrer, Blinde mit Begleitung)
ÖffnungszeitenFebruar und Oktober: 9:30 bis 18:30 Uhr

März bis September: 9:30 bis 19:30 Uhr

November bis Januar: 9:30 bis 18:00 Uhr

im Monat Ramadan täglich geöffnet, genaue Zeiten werden bekanntgegeben

Der Jardin Secret liegt mitten in der Altstadt und macht seinem Namen alle Ehre: Versteckt im Mouassine-Viertel, öffnet sich hinter unscheinbaren Mauern eine grüne Oase. Die Anlage wurde im 19. Jahrhundert erbaut und aufwendig restauriert, sodass Besucher heute zwei unterschiedliche Bereiche erleben: einen exotischen Garten mit Pflanzen aus aller Welt und einen traditionellen islamischen Garten, der nach strenger Geometrie und mit plätschernden Wasserläufen gestaltet ist. 

Hinzu kommen historische Gebäude, kleine Ausstellungsräume und eine Dachterrasse mit Blick über die Dächer Marrakeschs. Damit verbindet Le Jardin Secret Ruhe, Geschichte und einen Hauch von Exklusivität – eine gelungene Mischung und einer der schönsten Gärten in Marrakesch.

Cyber Park (Arsat Moulay Abdeslam)

Lagezwischen Medina und Avenue Mohamed V, westlich nahe Bab el Jdid
Eintrittfrei

Der acht Hektar große Cyber Park nahe der Koutoubia-Moschee ist einer der modernsten öffentlichen Parks in Marrakesch. Ursprünglich im 18. Jahrhundert angelegt, wurde er zu Beginn des 21. Jahrhunderts umfassend saniert und mit zeitgemäßer Infrastruktur ausgestattet. Heute bietet er eine Mischung aus traditioneller Gartenanlage mit schattigen Wegen und altem Baumbestand sowie modernen Elementen wie kostenlosem WLAN und gepflegten Rastplätzen.

Der Park ist besonders bei Familien und Spaziergängern beliebt, die hier Ruhe vom Stadtlärm finden, aber dennoch nahe am Zentrum bleiben möchten. Saubere Anlagen, Spielbereiche und breite Wege machen ihn zu einem der freundlichsten Stadtparks.

Koutoubia-Garten (Parc Lalla Hasna)

LageWestseite der Medina, direkt südlich der Koutoubia-Moschee
Eintrittfrei

Direkt an der berühmten Koutoubia-Moschee gelegen, ist der Parc Lalla Hasna eine der meistbesuchten grünen Flächen Marrakeschs. Er lädt mit gepflegten Wegen, Palmengruppen, Rosenbeeten, kleinen Springbrunnen und schattigen Sitzplätzen zu einer kurzen Pause nach einem Rundgang durch die Medina ein. 

Besonders bekannt ist der Park für seinen Blick auf das Minarett der Koutoubia, das sich über der Anlage erhebt, ein klassisches Fotomotiv, vor allem bei Sonnenuntergang. Dank der zentralen Lage eignet sich der Koutoubia-Garten ideal, um Sightseeing und Erholung zu vereinen.

Koutoubia-Moschee in Marrakesch
Das Minarett der Koutoubia-Moschee ist sehr weit sichtbar (Foto: Riads Marrakesch)

Anima-Garten

LageOurika-Tal, etwa 40 min. Fahrt von Marrakesch
Eintritt120 DH (Erwachsene) / 60 DH (Personen  von 12-16 Jahren)
TicketsGetyourguide

Der Anima-Garten des Künstlers André Heller ist ein außergewöhnliches Ausflugsziel außerhalb von Marrakesch. Rund 27 Kilometer südöstlich im Ourika-Tal gelegen, bietet er auf drei Hektar eine kunstvolle Symbiose aus exotischen Pflanzen, Skulpturen und Installationen. Besucher spazieren zwischen Bambus, Palmen und farbenfrohen Blumen, während überall Kunstwerke von Heller und internationalen Künstlern zu entdecken sind. 

Der Garten ist bewusst als Gesamtkunstwerk konzipiert, in dem Natur und Kreativität ineinandergreifen. Dank eines regelmäßigen Shuttle-Services von Marrakesch aus oder als geführte Tour mit Transfer ist er problemlos erreichbar. Mit seiner Verbindung aus Kunst, Natur und Architektur hebt sich der ANIMA Garten von den klassischen historischen Anlagen der Stadt ab und bietet ein unvergessliches Tageserlebnis.

Fazit zu Gärten in Marrakesch

Die Gärten in Marrakesch dienen als essenzielle Kontrastpunkte zum dichten, lauten Treiben der Medina. Sie bieten eine dringend benötigte Flucht vor Enge, Hektik und dem Lärm der Stadt und fungieren als Oasen der Ruhe und Weite. Besucher finden hier nicht nur Entspannung, sondern auch einen tiefen Einblick in die marokkanische Kultur und Geschichte. Während der berühmte Jardin Majorelle durch seine pittoreske Farb- und Pflanzenkomposition anzieht, aber oft überlaufen ist, bieten monumentale, jahrhundertealte Anlagen wie die Menara- und Agdal-Gärten viel Raum für lange Spaziergänge, wo man die historische Dimension der hochentwickelten Bewässerungssysteme erleben kann.

Ob man in den zentral gelegenen Parks wie dem Koutoubia-Garten nur kurz durchatmen möchte, um dem Stress des Sightseeings zu entkommen, oder die kunstvollen Kompositionen und seltenen Pflanzen im Anima-Garten außerhalb der Stadt genießen will – die Gärten sind unverzichtbare Rückzugsorte. Sie erlauben es, die „Rote Stadt“ aus einer entspannten, zeitlosen Perspektive zu erleben und ihre Schönheit in aller Stille zu erfassen.