Akchour

Akchour ist eine kleine Siedlung im Norden Marokkos, die etwa 30 Kilometer von der Stadt Chefchaouen entfernt liegt. Das Dorf dient als Ausgangspunkt für Wanderungen in den Talassemtane-Nationalpark, einem Schutzgebiet, das für seine steilen Schluchten und dichten Wälder mit seltenen marokkanischen Tannen bekannt ist.

Die Bewohner gehören der Volksgruppe der Berber an und führen ein Leben, das stark von der Landwirtschaft und dem zunehmenden Bergtourismus geprägt ist. In den letzten Jahren haben sich im Dorf und am Flussufer einige kleine Hotels und Riads wie das Hotel Nabil (Booking.com) angesiedelt. Diese Unterkünfte sind oft schlicht gehalten, bieten jedoch einen direkten Blick auf die umliegenden Berge und ermöglichen es, Wanderungen früh am Morgen zu beginnen.

Der Weg zu den Wasserfällen führt über mehrere Kilometer flussaufwärts durch ein enges Tal. Die Wanderung dauert je nach Tempo zwei bis drei Stunden und verläuft teilweise über rutschige Pfade und kleine Brücken. Das Ziel ist der große Wasserfall, der über eine rötliche, senkrechte Felswand in die Tiefe stürzt. Das Wasser sammelt sich am Fuß der Kaskade in einem natürlichen Becken, das eine markante türkisblaue Farbe aufweist.

Diese sogenannten Gumpen bieten eine erfrischende Abkühlung, da das Wasser selbst im Hochsommer sehr kalt bleibt. Entlang des Flusslaufs finden sich zudem kleinere Kaskaden und Stromschnellen, an denen es ein paar Imbissstände und Garküchen gibt.

Eine weitere Sehenswürdigkeit in Akchour ist neben den Wasserfällen die „Gottesbrücke“. Diese natürliche Steinbrücke überspannt die Schlucht in großer Höhe und entstand durch die Erosion des Kalksteins. Im Nationalpark begegnet man mit etwas Glück den hier heimischen Berberaffen. 

Wetter und Reisezeit

Das Klima in Akchour ist mediterran, aber durch die Höhenlage des Rif-Gebirges geprägt. Im Frühling und Herbst herrschen milde Temperaturen, die sich gut für Wanderungen eignen. Die Sommermonate sind heiß, bieten jedoch durch das kalte Flusswasser Abkühlung. In den Wintermonaten regnet es häufiger, und die Nächte in den Bergen werden empfindlich kalt.

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Anreise

Von Chefchaouen aus erreicht man Akchour in etwa 45 bis 60 Minuten. Für die Fahrt bieten sich neben einem eigenen PKW Sammeltaxis oder private Taxis an.

Autorenbild Schmidt

Joachim Schmidt ist Journalist und Kommunikationswissenschaftler. Seit 2000 ist er jedes Jahr in Marokko unterwegs, zunächst als Backpacker, später als Reisejournalist und heute am liebsten mit der Familie. Dabei verbindet er sein gesammeltes Hintergrundwissen mit großer Leidenschaft für die marokkanische Kultur und Küche. Seinen Tag beginnt er am liebsten mit einem Espresso in einem kleinen Straßencafe in der Medina.