Agdz: Das Tor zum Drâa-Tal
Agdz liegt im Drâa-Tal auf einer Höhe von etwa 900 Metern am Fuß des Jbel Kissane. Der Ortsname bedeutet übersetzt „Rastplatz“ und verweist auf die Geschichte der Stadt als Knotenpunkt für Karawanen, die zwischen Timbuktu und Marrakesch verkehrten. Bevor Reisende den Aufstieg zum 1.660 Meter hohen Gebirgspass Tizi n’Tinifift antraten, diente die Oase der Versorgung und Erholung. Auch im heutigen Straßenverkehr ist Agdz ein wichtiger Haltepunkt für Busse und Lkw vor der Überquerung der kurvenreichen Passstraße.
Das Zentrum zeichnet sich durch rechtwinklig angelegte Straßen und Lehmbauten in Rot- und Oktertönen aus. Für Einkäufe stehen zahlreiche Läden für den täglichen Bedarf zur Verfügung. Jeden Donnerstag findet der regionale Wochenmarkt statt. Im Spätsommer zur Erntezeit gibt es zudem einen täglichen Dattelmarkt, auf dem Händler Qualität und Preise der Früchte aushandeln. Zur Infrastruktur des Ortes gehört auch ein lokales Hammam, das von Einheimischen und Besuchern genutzt werden kann. Wer die Umgebung unabhängig erkunden möchte, kann im Ort Motorräder mieten.
Inhalt
Schnelle Fakten zu Agdz
| Region | Drâa-Tafilalet |
| Einwohnerzahl | ca. 14.000 |
| Sprache | Marokkanisches Arabisch (Darija), Berbersprachen (Tachelhit), Französisch |
| Währung | Marokkanischer Dirham (MAD) |
| Zeitzone | UTC+1 (MEZ) |
Architektur und Kasbahs
Die Bauweise in Agdz ist von traditioneller Lehmarchitektur geprägt. Die große Kasbah des Ortes ist aufgrund ihrer Baufälligkeit derzeit nicht begehbar, lässt jedoch durch ihre äußeren Verzierungen und Größe die einstige Bedeutung erkennen.
Im benachbarten Dorf Asslim stehen die alte und die neue Kasbah von Caïd Ali, einem früheren Anführer des Mezguita-Stammes. Ein Teil dieser Geschichte wurde durch die Casbah des Arts bewahrt. Der marokkanisch-deutsche Filmproduzent Kamal El Kacimi restaurierte das Bauwerk zusammen mit Abderzak Ait El Kaid über einen Zeitraum von fünf Jahren.
Die auf einem Hügel gelegene Anlage dient heute als Denkmal und Gästehaus. Sie umfasst ein Labyrinth aus zahlreichen Räumen, elf Terrassen und engen Treppenaufgängen. In den Räumlichkeiten sind Filmrequisiten marokkanischer Produktionen ausgestellt. Die dicken Lehmmauern regulieren die Innentemperaturen so effektiv, dass auf moderne Klimasysteme verzichtet wurde, um das Erscheinungsbild der Wände zu bewahren.

Übernachten in Agdz
Neben der Casbah des Arts, die sieben Gästezimmer mit integrierten Bädern umfasst, bietet das Dar Jnane (Booking.com) eine alternative Unterkunft. Es liegt im Palmenhain und verfügt über drei im ländlichen Stil eingerichtete Zimmer. Die Inhaber bieten zudem Fahrräder zur Miete an und vermitteln auf Wunsch Kenntnisse über die regionale Küche.
Ausflüge
Als Ziele in der nahen Umgebung bieten sich folgende Orte an:
- Tamnougalt: Ein befestigtes Berberdorf (Ksar) mit historischer Bausubstanz, das nur wenige Kilometer entfernt liegt.
- Jbel Kissane: Der 1.520 Meter hohe Hausberg von Agdz. Ein Aufstieg auf den Hügel des ehemaligen französischen Forts bietet eine Übersicht über den Palmenhain des Drâa-Tals.
- Wasserfälle: Am Rand der Stadt liegen Wasserfälle, die über einfache Wege erreichbar sind.
Anreise nach Agdz
Die Anfahrt erfolgt über die Nationalstraße RN9. Von Ouarzazate beträgt die Distanz etwa 70 Kilometer. Die Fahrzeit über den Tizi n’Tinifift-Pass liegt aufgrund der Steigungen und Kurven zwischen 90 Minuten und zwei Stunden.