Chefchaouen
Die Stadt im Norden Marokkos liegt terrassenförmig an den grünen Hängen des Rif-Gebirges und ist vor allem für ihre blau getünchte Altstadt bekannt. Überragt von den Gipfeln des Djebel Kalaa und des Meggou, bietet die Medina ein lückenloses Bild der maurisch-andalusischen Architektur. Dass die verwinkelten Gassen und historischen Gebäude so gut erhalten sind, liegt an der jahrhundertelangen Isolation des Ortes, denn als heiliges Pilgerzentrum war Chefchaouen für Ausländer lange Zeit unzugänglich.
Während die Stadt in den 1960er Jahren vor allem Individualreisende und Hippies anzog, gehört die „blaue Perle“ heute fest zum Programm der meisten Marokko-Rundreisen. Trotz des gestiegenen Tourismus hat sich der Ort eine rustikale Schönheit bewahrt, die sich im Alltag der rund 45.000 Einwohner widerspiegelt. In den Basaren und Gassen findet man neben den typisch marokkanischen Waren auch regionale Besonderheiten, wobei die lokale Küche eigene Nuancen und Aromen bietet, die sich von den klassischen Gerichten im Süden des Landes unterscheiden.
Wer die Medina durch Tore wie das Bab el-Ansar verlässt, gelangt direkt in die Natur des umliegenden Bergmassivs. Die Umgebung ist durch ausgedehnte Zedern-, Tannen- und Kiefernwälder geprägt und bietet ein weitläufiges Wegenetz für Wanderungen zu Zielen wie den Cherafat-Wasserfällen oder der Quelle Ras el-Maa. Diese Mischung aus historischer Architektur, einer entspannten Atmosphäre in den Gassen und der direkten Nähe zum 60.000 Hektar großen Naturpark macht Chefchaouen zu einem der vielseitigsten Ziele im Norden Marokkos.
Inhalt
Überblick & Lage
Chefchaouen liegt im nordwestlichen Marokko, eingebettet in die Ausläufer des Rif-Gebirges auf etwa 560 Metern Höhe. Der Name leitet sich vom berberischen Wort für „Hörner“ ab und bezieht sich auf die Gipfel des Djebel Kalaa und des Djebel Meggou, die das Stadtbild einrahmen. Durch die Gebirgslage ist das Klima deutlich milder als in den tiefer gelegenen Ebenen des Landesinneren.
Geografisch dient die Stadt als Knotenpunkt zwischen der Mittelmeerküste und dem Binnenland. Die Entfernung zur Hafenstadt Tanger beträgt rund 110 Kilometer, während Tétouan etwa 60 Kilometer und Fès rund 210 Kilometer entfernt liegen. Die Anreise erfolgt über asphaltierte, aber kurvenreiche Bergstraßen. Am östlichen Rand der Medina entspringt die Quelle Ras El Maa, die die Wasserversorgung der Stadt sicherstellt und zugleich den Zugang zum Talassemtane-Nationalpark bildet.
Fakten über Chefchaouen
Mit etwa 45.000 Einwohnern ist Chefchaouen in seiner Größe eher mit Küstenorten wie Essaouira vergleichbar als mit den marokkanischen Metropolen.
| Lage | Nordmarokko, Rif-Gebirge |
| Einwohner | ca. 45.000 |
| Spitzname | Die blaue Stadt |
| Ideale Aufenthaltsdauer | 2-4 Tage |
| Anreise | via Fès, Tanger oder Tétouan |
Warum ist Chefchaouen blau?
Die charakteristische blaue Farbe der Medina von Chefchaouen wird heute durch verschiedene historische und praktische Theorien erklärt. Eine verbreitete These führt die Tradition auf jüdische Flüchtlinge zurück, die sich insbesondere in den 1930er Jahren in der Stadt niederließen und Blau als Symbol für den Himmel und das Göttliche nutzten.
Neben religiösen Motiven könnten auch funktionale Gründe eine Rolle spielen. Denn der helle Kalkanstrich reflektiert das Sonnenlicht und hält die Gassen im Sommer kühl. Zudem wird der Farbe im orientalischen Raum traditionell eine Schutzwirkung gegen den bösen Blick zugeschrieben und sie gilt als wirksames Mittel, um Insekten fernzuhalten.

Unabhängig vom ursprünglichen Auslöser hat sich die Praxis bis heute erhalten. Die regelmäßige Farbenerneuerung dient mittlerweile nicht nur dem Erhalt der Bausubstanz, sondern ist zum wesentlichen Identitätsmerkmal der Stadt geworden. Als fotogene blaue Perle wird diese Tradition heute auch gezielt zur Förderung des Tourismus gepflegt.
Geschichte
Chefchaouen wurde 1471 von Moulay Ali Ben Moussa Ben Rached El Alami als militärische Bastion gegründet. Die Festung diente ursprünglich dazu, die portugiesischen Expansionen im Norden Marokkos abzuwehren. Nach der spanischen Reconquista suchten zahlreiche muslimische Morisken und jüdische Flüchtlinge in der Stadt Zuflucht. Diese Einwanderungswellen prägten das Stadtbild nachhaltig durch andalusische Architektur und Handwerkstechniken, insbesondere in der Lederverarbeitung.
Über Jahrhunderte galt Chefchaouen als heilige Stadt, deren Betreten Christen unter Androhung der Todesstrafe untersagt war. Diese Isolation endete erst 1920 mit der Besetzung durch spanische Truppen, woraufhin die Stadt Teil des Spanisch-Marokkanischen Protektorats wurde. Ein historischer Wendepunkt war das Jahr 1926, als spanische und französische Einheiten den Widerstandskämpfer Abd el-Krim besiegten und ihn in der Kasbah inhaftierten. Die spanische Verwaltung dauerte bis zur Unabhängigkeit Marokkos im Jahr 1956 an. Neben ihrer religiösen Bedeutung erlangte die Region zudem durch den Anbau und den Handel von Haschisch im Rif-Gebirge überregionale Bekanntheit.
Sehenswürdigkeiten in Chefchaouen
Zu den Sehenswürdigkeiten von Chefchaouen gehören die Alcazaba, die historische Kasbah der Stadt, sowie die große Moschee Jamaa Bouzafer. In den blauen Gassen der Medina bieten viele kleine Händler handgewebte Teppiche und Tücher an. Auch wenn die Stadt nicht mit einer Vielzahl klassischer Monumente aufwartet, versprühen die vorhandenen Attraktionen einen besonderen Charme. Die folgende Übersichtskarte hilft dabei, alle wichtigen Orte schnell zu finden.
Medina
Die Medina von Chefchaouen bildet das Zentrum der Stadt und ist durch ihre blau-weiß gekalkten Fassaden sowie steile, kieselsteingepflasterte Gassen geprägt. Die Architektur vereint arabische und andalusische Einflüsse, was besonders am zentralen Platz Outa-el-Hammam deutlich wird. Im Gegensatz zu den geschäftigen Medinas von Fès oder Marrakesch herrscht hier eine ruhigere Atmosphäre; die Händler agieren meist zurückhaltend, und weite Teile des Viertels sind weiterhin bewohnt.
Während die Hauptwege stark auf den Tourismus ausgerichtet sind und von bunt bemalten Auslagen mit Teppichen, Lederwaren und Webtextilien dominiert werden, bewahren die Randbereiche ihren ursprünglichen Charakter. Da die Gassen für den motorisierten Verkehr zu schmal sind, lässt sich die Altstadt nur zu Fuß erkunden. Besonders in den frühen Morgenstunden, vor der Ankunft der Tagestouristen, zeigt sich die Medina von ihrer authentischen Seite. Hinweistafeln an historischen Gebäuden informieren zudem über die Geschichte der Stadtmauer und der einzelnen Stadtviertel.

Plaza Outa el-Hammam
Die Plaza Outa el-Hammam bildet den sozialen und geografischen Mittelpunkt der Medina. Nahezu alle Wege der Altstadt führen zu diesem zentralen Platz, der von einer Mischung aus arabischen und spanischen Einflüssen geprägt ist. Gesäumt von Cafés und Restaurants bietet er einen freien Blick auf die Mauern der Kasbah sowie auf das Minarett der Großen Moschee. Besonders in den Abendstunden, wenn die Straßenhändler ihre Waren anbieten und die Außenterrassen der Gastronomiebetriebe voll besetzt sind, ist der Platz ein beliebter Treffpunkt für Einheimische wie Touristen.
Die Atmosphäre auf der Plaza Outa el-Hammam ist lebhaft und touristisch geprägt. Während die Restaurants lokale Spezialitäten und Minztee servieren, nutzen Einheimische den Ort häufig für Fotomotive mit Tieren oder für den Verkauf von Kunsthandwerk. Durch die zahlreichen Dachterrassen der angrenzenden Gebäude bietet der Platz zudem verschiedene Aussichtspunkte, um das Geschehen sowie die über der Stadt aufragenden Berggipfel zu beobachten.

Kasbah und ethnografisches Museum
Die im 15. Jahrhundert von Moulay Ali Ben Rachid errichtete Kasbah bildet den historischen Kern von Chefchaouen. Die Festung mit ihren roten Lehmmauern und elf Zinnentürmen diente im Laufe der Geschichte als Gouverneursresidenz, Militärstützpunkt und Gefängnis. Im Inneren umschließt die Anlage einen rund 2.000 Quadratmeter großen Garten im andalusischen Stil, der als ruhiger Rückzugsort für die belebte Plaza Outa el-Hammam dient.
In der nordwestlichen Ecke der Festung ist seit 1985 das Ethnografische Museum untergebracht. Die Sammlung umfasst Artefakte aus fünf Jahrhunderten, darunter traditionelle Trachten, Musikinstrumente, Waffen und Keramiken. Diese Exponate dokumentieren die kulturelle Wechselwirkung zwischen den lokalen Stämmen der Jbala und der Ghomara sowie die andalusischen und jüdischen Einflüsse in der Region. Zum Museumsbesuch gehört der Aufstieg auf den befestigten Hauptturm, der einen Panoramablick über die blaue Medina bis hin zum Umland bietet.

Besucherinformationen
Die Beschilderung im Museum ist primär auf Arabisch und Französisch verfasst.
- Eintritt: Der Preis für Touristen wurde in den letzten Jahren deutlich angehoben und liegt derzeit bei ca. 130 MAD (Einheimische zahlen ca. 10 MAD).
- Öffnungszeiten: Täglich von 09:00 bis 18:00 Uhr (saisonale Abweichungen möglich).
Große Moschee
Die im 15. Jahrhundert vom Stadtgründer Moulay Ali Ben Moussa Ben Rached El Alami errichtete Große Moschee Jamaa Bouzafer liegt unmittelbar neben der Kasbah am Plaza Outa el-Hammam. Als Gebetsort und religiöse Ausbildungsstätte (Madrasa) ist sie das Herz des religiösen Lebens in Chefchaouen. Architektonisch fällt das Bauwerk vor allem durch sein ungewöhnliches achteckiges Minarett auf, dessen kunstvolle Verzierung Einflüsse der andalusischen Architektur aufweist und stilistisch an den Goldturm (Torre del Oro) in Sevilla erinnert.
Die Fassade aus beige-braunen Natursteinen bildet einen deutlichen farblichen Kontrast zu den umliegenden blau-weißen Gebäuden der Medina. Wie in den meisten Moscheen Marokkos bleibt der Zutritt zum Inneren gläubigen Muslimen vorbehalten. Besuchern bietet sich jedoch von den umliegenden Caféterrassen am Hauptplatz ein umfassender Blick auf das Bauwerk und das markante Minarett.

Place El Haouta
Der Place El Haouta ist eine kleinere und deutlich ruhigere Alternative zum zentralen Hauptplatz. Er liegt etwas abseits der primären Touristenwege und zeichnet sich durch seine geschlossene Architektur mit blau-weiß gestrichenen Fassaden aus. Im Zentrum des Platzes steht ein dekorativer Brunnen, der als Paradebeispiel des lokalen Kunsthandwerks gilt. Die umliegenden Cafés bieten eine entspannte Atmosphäre und werden häufig für kurze Pausen abseits des Trubels genutzt.
In den angrenzenden Seitengassen finden sich zudem traditionelle Handwerksbetriebe und kleine Bäckereien, die regionale Spezialitäten und Gebäck zu lokalen Preisen anbieten. Der Platz vermittelt einen Eindruck des geschäftigen Alltags in der Medina und ist aufgrund seiner Symmetrie und farblichen Gestaltung einer der exponiertesten Orte im Stadtgefüge.

Spanische Moschee
Die Spanische Moschee, auch als Jemaa Bouzafer bekannt, liegt auf einem Hügel östlich der Stadt und gilt als einer der besten Aussichtspunkte der Region. Die Moschee wurde in den 1920er Jahren während der spanischen Kolonialzeit errichtet, wurde jedoch nie als Gebetshaus genutzt und steht heute leer. Der Aufstieg beginnt am östlichen Stadttor Bab el-Ansar, nahe der Quelle Ras el-Maa, und dauert über einen befestigten Serpentinenweg etwa 20 bis 30 Minuten.
Das Bauwerk selbst ist architektonisch schlicht gehalten, doch die exponierte Lage bietet einen uneingeschränkten Panoramablick auf die terrassenförmig angelegte Medina und die umliegenden Gipfel des Rif-Gebirges. Besonders zum Sonnenuntergang ist der Ort ein beliebtes Ziel, da das Licht die blauen Fassaden der Altstadt intensiviert. Auch für Besucher, die den vollständigen Aufstieg nicht absolvieren, bieten die unteren Abschnitte des Pfades bereits weitreichende Ausblicke über das Stadtgebiet und das Tal.

Hotels in Chefchaouen
Wer das volle Programm will, sucht sich ein Riad direkt in der Medina. Man ist dann zwar von Blau umzingelt, muss aber mit den Tücken der Altstadt klarkommen: Die Gassen sind steil, oft rutschig und für Autos absolut tabu. Wer mit schweren Koffern reist oder nicht gut zu Fuß ist, sollte sich lieber ein Hotel am Rand der Medina oder in der Neustadt suchen. Ein bewährter Trick ist es, das Hauptgepäck im Auto zu lassen und nur einen Rucksack mit in die engen Gassen zu nehmen.

Ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des passenden Hotels in Chefchaouen ist die Dachterrasse. Da viele Riads in den schmalen Häuserschluchten nur wenig Tageslicht bieten, spielt sich das Leben oft oben ab. Preislich hat Chefchaouen angezogen. Während man früher für ein paar Euro unterkam, kostet die Übernachtung in gut geführten Gästehäusern heute fast so viel wie in Marrakesch.
Im Winter kann es in den Bergen nachts empfindlich kalt werden. Viele der alten Häuser haben keine Heizung. Wenn man zwischen November und März nach Chefchaouen reist, sollte man deswegen explizit nach einer Klimaanlage mit Heizfunktion oder einem Kamin im Zimmer fragen.
Empfohlene Unterkünfte in Chefchaouen
Die folgende Tabelle zeigt eine nach Budget sortierte Auswahl empfohlener Unterkünfte.
| Budget | |
| Dar Antonio | Verspieltes, farbenfrohes Gästehaus in der Medina (Booking.com). |
| Dar Blue Pearl | Ruhiges, traditionelles Haus mit Panoramaterrasse und gutem Frühstück (Booking.com). |
| Mittelklasse | |
| Casa Troussi | Moderne Pension nahe der Kasbah, zentrale Lage (Booking.com). |
| Hotel Alkhalifa | Traditionelles Hotel mit Terrasse, nahe Ras el-Ma (Booking.com). |
| Dar Chefchaouen | Gehobenes traditionelles Gästehaus im andalusisch-marokkanischen Stil (Booking.com). |
| Gehoben | |
| Casa Amina | Kleines Gästehaus in der Medina, sehr zentral (Booking.com). |
| Riad Nila | Elegantes Riad mit Hammam und spektakulären Ausblicken (Booking.com). |
| Riad Alhambra | Andalusisch-marokkanisches Riad mit Dachterrasse und Panoramablick (Booking.com). |
Aktivitäten und Ausflüge
In Chefchaouen ist keine lange Bucketlist abzuarbeiten. Die Hauptaktivität besteht darin, die Medina abseits der zentralen Achsen zu erkunden. Da die Altstadt weitgehend autofrei ist, bietet sie eine für Marokko ungewöhnliche Ruhe. Es lohnt sich, gezielt nach den kleinen Plätzen und Handwerksbetrieben zu suchen, die sich hinter den blauen Fassaden verbergen.
Fotografieren
Mit ihrer Mischung aus Indigo-Tönen, groben Texturen und den schroffen Gipfeln im Hintergrund ist die Medina von Chefchaouen eine der fotogensten Kulissen Marokkos. Fast jede Treppe wirkt wie arrangiert, doch die Stadt ist kein Museum, sondern ein lebendiger Wohnraum. Für die besten Aufnahmen lohnen sich die frühen Morgenstunden, wenn das Licht in den schmalen Gassen noch weich ist. Wer Panoramen sucht, findet auf den Dachterrassen rund um den Hauptplatz oder beim Aufstieg zur Spanischen Moschee die idealen Aussichtspunkte auf das blaue Häusermeer.
Shopping
Chefchaouen ist zwar kein riesiges Handelszentrum wie Marrakesch, bietet aber in seinen blauen Gassen ein entspanntes Shopping-Erlebnis. Die Stadt ist vor allem für hochwertige Wolltextilien bekannt, darunter handgewebte Decken und traditionelle Djellabas, die man in dieser Qualität anderswo in Marokko kaum findet.
In den kleinen Läden der Medina lässt es sich ohne den sonst üblichen Verkaufsdruck nach handgemachten Naturseifen, frischen Gewürzen und kunstvollen Schnitzereien stöbern.
Den Sonnenuntergang genießen
Der etwa 30-minütige Aufstieg zur Spanischen Moschee Jemaa Bouzafer am östlichen Stadtrand gehört zum Standardprogramm. Von der Anhöhe aus bietet sich ein weiter Blick über das gesamte Tal und die schroffen Gipfel des Rif-Gebirges. Der eigentliche Charakter von Chefchaouen entfaltet sich jedoch oft erst nach Abreise der Tagestouristen am späten Nachmittag. Besonders zum Sonnenuntergang versammeln sich hier viele Besucher, um zu beobachten, wie das Abendlicht auf die blauen Fassaden der Stadt trifft.

Hammam
Wer ein traditionelles marokkanisches Bad erleben möchte, findet direkt am Plaza Outa el Hammam zwei unterschiedliche Optionen. Das öffentliche Hammam gegenüber der Großen Moschee wird vor allem von Einheimischen genutzt. Die Besuchszeiten für Männer und Frauen variieren und wechseln regelmäßig. Ein Waschgang kostet etwa 25 MAD. Utensilien wie Sandalen, Seife, Peeling-Handschuh und Handtuch müssen selbst mitgebracht werden.
Für mehr Komfort bietet das Lina Ryad & Spa eine modernere Atmosphäre. Hier stehen Massagen und professionelle Peelings im Vordergrund. Eine Reservierung ist ratsam.
Ras el-Ma
Direkt am östlichen Stadttor Bab el-Ansar entspringt die Quelle Ras el-Ma. Das Gebirgswasser speist seit Jahrhunderten die Brunnen der Stadt und diente traditionell als öffentlicher Waschplatz. Auch heute noch nutzen Einheimische die steinernen Becken, während Reisende in den angrenzenden Cafés am Flusslauf Minztee trinken. Besonders in den Sommermonaten ist die wasserreiche Anlage ein beliebter Ort zur Abkühlung. Da die Quelle direkt am Aufstieg zur Spanischen Moschee liegt, lässt sie sich ideal in einen Stadtrundgang integrieren.

Wasserfälle Akchour
Etwa 45 Minuten Taxifahrt von Chefchaouen entfernt liegen die Wasserfälle von Akchour im Herzen des Rif-Gebirges. Eine zwei- bis dreistündige Wanderung führt durch grüne Täler vorbei an natürlichen Felspools, die besonders im Sommer zur Abkühlung einladen. Neben den Kaskaden ist der „Pont de Dieu“, ein 25 Meter hoher natürlicher Steinbogen, das Highlight der Region. Festes Schuhwerk ist auf den teils rutschigen Pfaden unerlässlich.

Weitere Details zur Anreise findest du auf dieser Seite zu den Wasserfällen von Akchour.
Infos zu den Akchour Wasserfällen
- Anfahrt: ca. 45 Minuten mit dem Taxi oder Mietwagen
- Wanderzeit: 1 bis 3 Stunden je nach Strecke
- Tipp: Badesachen und Wanderschuhe mitnehmen
Wandern im Talassemtane-Nationalpark
Der Talassemtane-Nationalpark umschließt Chefchaouen und bietet Wanderrouten durch dichte Wälder und markante Kalksteinfelsen. Neben dem bekannten Pfad zum Aussichtspunkt nahe dem Hotel Atlas lohnt sich ein Abstecher nach Targa südlich der Medina. Dort finden sich eine restaurierte Moschee und eine Burg aus dem 13. Jahrhundert, deren Minarett bestiegen werden kann. Für anspruchsvollere, mehrtägige Touren tiefer in das Rif-Gebirge empfiehlt es sich, lokale Guides zu buchen, um die versteckten Täler und Bergdörfer des Parks sicher zu erkunden.
Restaurants & Cafés
Das kulinarische Angebot in Chefchaouen ist aufgrund des Tourismus gut aufgestellt und bietet eine gute Auswahl an typisch marokkanischen Gerichten. Neben den üblichen Standards wie Tajine und Couscous gibt es in der Region einige regionale Spezialitäten .
Ein typischer lokaler Snack ist Kalinte, ein Fladen aus Kichererbsenmehl, der mit Salz und Kreuzkümmel gewürzt wird. Er wird oft an kleinen Verkaufsfenstern in der Medina angeboten. Als Dessert ist Shemiya verbreitet, eine kalte Süßspeise aus Grieß und Kokos. Zudem ist Chefchaouen für seinen Ziegenkäse bekannt, der häufig auf den Märkten und in lokalen Restaurants frisch serviert wird.
Restaurant-Tipps
- Günstig: Das Restaurant Beldi gilt als kleiner Geheimtipp für echte marokkanische Hausmannskost. Die Karte ist begrenzt und wechselt. Auch Mido’s ist für seine ehrliche, preiswerte Küche bekannt.
- Moderne Klassiker: Das aus Marrakesch berühmte Café Clock hat hier eine Zweigstelle und bietet neben tollen Dachterrassen-Plätzen auch ausgefallene Gerichte wie den legendären Kamel-Burger an.
- Ambiente: Wenn du Wert auf regionale Küche legst, ist die etwas außerhalb gelegene Auberge Dardara eine exzellente Adresse.
- Süße Pause: Lust auf Abwechslung? Die Toda Crêperie bietet Waffeln, Eis und frische Säfte für den schnellen Energiekick zwischendurch.
Beste Reisezeit für Chefchaouen
Das Klima in Chefchaouen ist mediterran geprägt und weist aufgrund der Lage im Rif-Gebirge spezifische Besonderheiten auf. Im Gegensatz zu den Wüstenregionen Marokkos sind die Winter hier deutlich niederschlagsreicher und kühler.
Die beste Reisezeit liegt in den Monaten April bis Juni sowie im September und Oktober. In diesen Phasen herrschen milde Temperaturen zwischen 20 °C und 25 °C.
Im Hochsommer steigen die Temperaturen häufig über 30 °C. Dank der Höhenlage bleibt es zwar etwas kühler als in Marrakesch, allerdings ist die Stadt in dieser Zeit auch am stärksten von Touristen frequentiert.
Von November bis März muss vermehrt mit Regen gerechnet werden. Da viele traditionelle Riads nur unzureichend isoliert sind und selten über Zentralheizungen verfügen, können die Nächte in den Wintermonaten sehr frisch werden.
Klimatabelle Chefchaouen
| Monat | Max. Temp. | Min. Temp. | Regentage |
| Januar | 15°C | 5°C | 8 |
| Februar | 16°C | 6°C | 7 |
| März | 18°C | 8°C | 8 |
| April | 21°C | 10°C | 7 |
| Mai | 24°C | 13°C | 5 |
| Juni | 29°C | 17°C | 1 |
| Juli | 33°C | 20°C | 0 |
| August | 33°C | 21°C | 0 |
| September | 28°C | 18°C | 2 |
| Oktober | 23°C | 14°C | 6 |
| November | 18°C | 10°C | 8 |
| Dezember | 15°C | 7°C | 9 |
Praktische Reisetipps für Chefchaouen
Anreise nach Chefchaouen
Da Chefchaouen über keinen eigenen Flughafen oder Bahnanschluss verfügt, erfolgt die Anreise über das Straßennetz des Rif-Gebirges. Die Strecken sind durchgehend asphaltiert, aber im letzten Abschnitt sehr kurvig.
Auto
- Ab Tanger (110 km, ca. 2,5 Std.): Die schnellste Verbindung führt von der Küste über Tetouan direkt in die Berge.
- Ab Fès (200 km, ca. 4 Std.): Lässt sich gut mit einem Zwischenstopp in der Königsstadt Meknès verbinden.
- Ab Marrakesch (580 km, ca. 8–9 Std.): Diese Tagesetappe führt über Casablanca und Rabat.
Parken
Da die Medina komplett autofrei ist, muss der Mietwagen auf den bewachten Parkplätzen am Rand der Altstadt abgestellt werden. Geeignete Stellplätze finden sich beispielsweise nahe dem Hotel Parador oder am östlichen Tor bei Ras el-Ma.
Die Parkgebühren liegen üblicherweise zwischen 20 und 50 MAD pro Tag. Es ist ratsam, das Gepäck direkt am Parkplatz zu sortieren, da der Weg zur Unterkunft durch die steilen Gassen oft beschwerlich ist. Von den zentralen Parkplätzen aus erreicht man die meisten Riads innerhalb der Stadtmauern in wenigen Gehminuten.
Öffentliche Verkehrsmittel
Da Chefchaouen nicht an das marokkanische Schienennetz angeschlossen ist, erfolgt die Anreise ausschließlich mit Bussen oder Grand Taxis.
Bus
Die staatliche Busgesellschaft CTM ist die zuverlässigste Option. Die Busse sind klimatisiert und verkehren mehrmals täglich von Fès (ca. 4,5 Std.), Tanger (ca. 3 Std.) und Tetouan (ca. 1,5 Std.) nach Chefchaouen. Tickets kosten je nach Strecke ab ca. 90 MAD (9 €) und sollten vorab online gebucht werden.
Grand Taxi (Sammeltaxi)
Diese Taxis verkehren auf festen Strecken zwischen den Städten. Sie fahren erst los, wenn alle sechs Plätze belegt sind, oder man zahlt für die verbleibenden Plätze, um die Fahrt zu beschleunigen.
Privater Transfer
Viele Riads und Agenturen bieten für mehr Komfort private Fahrer an. Dies ist die teuerste, aber auch die flexibelste Variante, besonders wenn man direkt vom Flughafen Tanger oder Fès anreist.
Anreise mit dem Flugzeug
Der Flughafen Tanger (TNG) liegt am nächsten und ist etwa 2,5 Stunden entfernt. Direktverbindungen aus Deutschland werden derzeit vor allem von Ryanair bedient, unter anderem ab Düsseldorf-Weeze, Köln/Bonn, Baden-Baden und Memmingen. Je nach Saison sind diese Flüge oft günstig verfügbar. Von anderen deutschen Abflughäfen aus ist in der Regel ein Zwischenstopp erforderlich. Falls Chefchaouen Teil einer größeren Rundreise ist, bietet sich alternativ der Flughafen Fès als Ausgangspunkt an.
Barrierefreiheit
Die Lage am Berghang bringt viele Treppen und steile Anstiege mit sich. Für Personen mit Gehbehinderungen oder Reisende mit Kinderwagen ist die Stadt daher nur eingeschränkt zugänglich. Da die Medina komplett autofrei ist, müssen alle Wege im Zentrum zu Fuß zurückgelegt werden.

Haschisch
Da Chefchaouen im Hauptanbaugebiet des Rif-Gebirges liegt, ist der Geruch von Haschisch in der Stadt allgegenwärtig. Die früher häufig aufdringlichen Verkaufsversuche in der Medina haben stark nachgelassen, doch bei Wanderungen im Umland stößt man weiterhin direkt auf die Produktion. Aufgrund der Nähe zu den Erzeugern ist die Qualität hoch und das Preisniveau niedrig.
Rechtlich bleibt die Situation jedoch strikt, da Besitz und Konsum in Marokko offiziell verboten sind. Laut dem Auswärtigen Amt können Verstöße zu hohen Freiheitsstrafen führen. Von öffentlichem Konsum ist daher abzuraten. Dieser sollte sich auf private Orte wie die eigene Riad-Terrasse oder die freie Natur beschränken.
Wie lang sollte man in Chefchaouen bleiben?
Für einen Besuch in der Medina und an den klassischen Aussichtspunkten reichen ein bis zwei Übernachtungen aus. Die Stadt ist kompakt, und nach zwei Tagen lassen sich die meisten blauen Gassen sowie die zentralen Orte wie die Plaza Uta el-Hammam und die Spanische Moschee ohne Zeitdruck erkunden.
Wer jedoch die Umgebung einbeziehen möchte, sollte drei bis vier Tage einplanen. Das bietet genügend Zeit für eine Wanderung zu den Akchour-Wasserfällen oder für längere Touren im Talassemtane-Nationalpark. Bei der Planung ist zudem die Anreisezeit zu berücksichtigen, da die Fahrt von Städten wie Fès oder Tanger mehrere Stunden dauert.
Häufig gestellte Fragen zu Chefchaouen (FAQ)
Chefchaouen liegt ganz im Norden Marokkos. Vom Mittelmeer ist die Stadt nur rund 50 Kilometer entfernt. Die nächstgrößeren Städte sind Tanger und Tétouan.
Für die blaue Farbe gibt es verschiedene Erklärungen. Eine Theorie verweist auf jüdische Flüchtlinge des 15. Jahrhunderts, die Blau als heilige Farbe nutzten. Andere Gründe sind der Schutz vor Insekten, die Kühlung der Gassen im Sommer oder der Glaube, so den bösen Blick abzuwehren.
Für die Medina und klassische Aussichtspunkte reichen ein bis zwei Übernachtungen völlig aus. Wer jedoch Ausflüge zu den Akchour-Wasserfällen oder Wanderungen im Nationalpark plant, sollte drei bis vier Tage einplanen. Beachte bei der Zeitkalkulation auch die mehrstündige Anreise aus Tanger oder Fès.
Chefchaouen gilt als eine der sichersten Städte Marokkos und lässt sich auch abends problemlos zu Fuß erkunden. Wie überall in touristischen Zentren ist einfache Vorsicht vor Taschendieben ratsam. Die Einheimischen sind meist zurückhaltend und weniger aufdringlich als in den größeren Königsstädten.