Schwarze Seife (Savon Noir)

Schwarze Seife (oder Sabon Beldi) ist ein wesentlicher Bestandteil des marokkanischen Hamams (Dampfbad). Man verwendet sie außerhalb des Hamams selten. Wenn man ein Töpfchen mit schwarzer Seife öffnet, ist das Aroma unverkennbar. Es riecht nach einer organischen Mischung aus regenfrischem Wasser und einem Feld voller Olivenbäume, die in der warmen Sommersonne baden.

Woher die schwarze Seife stammt

Die in Marokko vorkommende schwarze Seife unterscheidet sich deutlich von der allgemein als „afrikanische schwarze Seife“ bezeichneten Sorte. Letztere ist eine westafrikanische Hartseife, die aus der Asche lokaler Pflanzen wie Bananenblättern, Shea-Rinde oder Palmblättern hergestellt wird. Die marokkanische schwarze Seife hingegen hat ihren Ursprung in Syrien und fand ihren Weg nach Marokko während der arabischen Eroberung Nordafrikas.

Wie die schwarze Seife hergestellt wird

Schwarze Seife hat eine zähflüssige, fast klebrige Konsistenz und besteht – wie fast alles Gute in Marokko – aus Oliven. Typischerweise handelt es sich um 100 % reines Olivenöl extra vergine, das zusammen mit schwarzen Oliven püriert wird. Der Verseifungsprozess erfolgt durch die Zugabe von Kaliumhydroxid. Dies unterscheidet sie von herkömmlichen Seifenstücken und sorgt für eine geleeartige Konsistenz. Ein oder zwei Tropfen ätherischen Eukalyptusöls dazu und voilà – fertig ist die marokkanische schwarze Seife.

So verwendet man Savon Noir

Man kann kleine Packungen schwarzer Seife direkt im Hamam kaufen oder sich in fast jedem marokkanischen Tante-Emma-Laden ein eigenes Glas besorgen. Zusammen mit der Seife sollte man unbedingt einen Keesa kaufen. Das ist ein Peeling-Handschuh mit einer schleifpapierartigen Textur. Kombiniert man die schwarze Seife mit einem Keesa, erhält man ein wunderbares Peeling.  

  1. Vorbereitung: Im Hamam setzt man sich zunächst im ersten Raum hin, um sich an die Hitze zu gewöhnen. Danach geht man in den heißesten, saunaähnlichen Raum, um die Poren richtig zu öffnen.
  2. Auftragen: Beginne mit dem Auftragen der schwarzen Seife. Diese Seife schäumt nicht und fühlt sich eher wie eine Lotion an. Massiere sie in kreisenden Bewegungen auf alle Stellen des Körpers ein. 
  3. Wiederholung: Man kann die schwarze Seife auch abspülen und erneut auftragen. Das kann man zwei- oder dreimal wiederholen, bevor man mit dem eigentlichen Peeling beginnt.
  4. Das Peeling: Während die Seife noch auf der Haut ist, verwendet man den Keesa, um die Haut wiederholt kräftig abzureiben. Die abgestorbene Haut kann sich dabei in kleinen spaghettiartigen Schnüren lösen. Keine Sorge, das ist völlig normal.
  5. Abschluss: Wenn das Peeling fertig ist, spült man die Haut mit kühlerem Wasser ab.

Schwarze Seife kaufen

Innerhalb Marokkos kann man schwarze Seife in jedem Souk oder in den Tante-Emma-Läden kaufen. Man kann marokkanische Seife und Keesas inzwischen allerdings auch problemlos im Internet bestellen.

Autorenbild Schmidt

Joachim Schmidt ist Journalist und Kommunikationswissenschaftler. Seit 2000 ist er jedes Jahr in Marokko unterwegs, zunächst als Backpacker, später als Reisejournalist und heute am liebsten mit der Familie. Dabei verbindet er sein gesammeltes Hintergrundwissen mit großer Leidenschaft für die marokkanische Kultur und Küche. Seinen Tag beginnt er am liebsten mit einem Espresso in einem kleinen Straßencafe in der Medina.