Die Koutoubia-Moschee

Sie ist das Wahrzeichen von Marrakesch und wacht erhaben über die „Rote Stadt“ — die Koutoubia-Moschee (auch Kutubiya) ist mit ihrem 77 Meter hohen Minarett von fast jedem Platz in der Stadt aus sichtbar und gehört zu den meistfotografierten Motiven von Marrakesch.

Architektonisches Vorbild für die Minarette des Maghreb

Die Koutoubia-Moschee wurde Mitte des 12. Jahrhunderts auf dem Fundament des almoravidischen Palasts Ksar el Hajar gebaut, den die nachfolgende Herrscherdynastie der Almohaden wie so viele Bauten in Marrakesch abreißen ließen und zerstörten. Kurz nachdem die Moschee fertiggestellt war, wurde sie 1157 wegen ihrer vermeintlich fehlerhaften Ausrichtung durch einen neuen Bau ersetzt und ein Jahr später eingeweiht. Das bis heute existierende Minarett wurde erst 1199, also 40 Jahre später, fertiggestellt.

Sykline von Marrakesch mit Koutoubia-Moschee

Der aus Stampflehm und grob gehauenen Sandsteinen gefertigte Bau bietet bis zu 25.000 Gläubigen auf einer Grundfläche von 90m x 60m Platz. Den Gebetsraum bildet eine Pfeilerhalle mit 17 parallelen Längsschiffen und 7 Querschiffen. Das große Mittelschiff hat allein sieben Kuppeln. Die Spitze des Minaretts besteht aus einem vergoldeten Kugelstab und einer galgenförmigen Halterung, an der früher vor dem Freitagsgebet und an religiösen Feiertagen die grüne Fahne des Propheten gehisst wurde.

Besonders hervorhebenswert ist die im 12. Jahrhundert in Cordoba gefertigte Gebetskanzel (Minbar), die bis in die 1960er Jahre benutzt wurde und heute — nach einer umfassenden Restaurierung — im Palast el Badi ausgestellt wird. Das Minarett der Koutoubia-Moschee avancierte in kürzester Zeit zum architektonischen Vorbild für die meisten Minarette des Maghreb sowie des Hassan-Turms in Rabat und der Giralda in Sevilla.

Ihren Namen hat die 1997 renovierte Koutoubia-Moschee vom Buchhänder-Suq Kutub, der sich einst in der Nähe des Gotteshauses befand. Die Koutoubia-Moschee befindet sich in Sichtweite vom Djemaa el Fna im Südosten von der Medina und ist umgeben von einem Palmengarten. Nichtmuslime dürfen dieses sakrale Gebäude leider nicht betreten, doch ist schon allein die äußerliche Besichtigung der größten und bedeutendsten Moschee beeindruckend genug.


Standort

Die Koutoubia-Moschee befindet sich südöstlich der Medina und ist am einfachsten zu Fuß vom Djemaa el Fna aus zu erreichen. Wie fast alle Moscheen darf sie von Nichtmuslimen nicht betreten werden, doch auf einen Rundgang um das Gebäude herum sollte man auf keinen Fall verzichten.

(Fotos: Riad Marrakesch)