Die Agdal-Gärten

Die Agdal-Gärten von Marrakesch bilden die älteste erhaltene Parkanlage der Stadt. Seit 1985 stehen sie gemeinsam mit der Medina von Marrakesch und dem Menara-Garten auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.

Die Agdal-Gärten sind schon über 850 Jahre alt. Sie wurden 1157 unter der Herrschaft der Almohaden angelegt und erstrecken sich über eine 500 Hektar große Fläche, was damals fast der gesamten Ausdehnung der Stadt entsprach. Im 12. Jahrhundert wurden die ersten Pflanzungen in den Agdal-Gärten angelegt, dazu gehörten unter anderem Öl- und Orangenbäume, Aprikosen, Weinreben und Blumen. Später wurden dort auch Granatäpfel, Feigen, Dattelpalmen, Zitronen, Walnüsse und Mandeln kultiviert.

Agdal Garten Marrakesch(Foto: Luc Viatour)

Der Garten enthält drei Wasserbecken. Das größte von ihnen ist 220 Meter lang und kann mehr als 200.000 Kubikmeter Wasser aufnehmen. Die almohadischen Soldaten sollen hier schwimmen geübt haben, bevor sie über das Mittelmeer nach Andalusien vorstießen. In dem größten Becken soll es sogar Boote gegeben haben, heute leben hier ähnlich wie im Menara-Garten fette Karpfen.

In die Agdal-Gärten hat sich die bewegte Historie Marokkos eingschrieben

Die bewegte Geschichte Marokkos zwischen den aufeinander folgenden Dynastien hat sich auch in die Agdal-Gärten eingeschrieben. Nach ihrer Gründung und den großflächigen Bepflanzungen wechselten die Herrscherverhältnisse und Marrakesch verlor seinen Status als Residenzstadt  an Fès. Die Gärten wurden vernachlässigt und verwahrlosten, ehe die Saadier sich im 16. und 17. Jahrhundert ihrer annahmen und die Anlage wiederherrichteten. Nach dem Ende der saadischen Herrschaft wurde Meknes zur Hauptstadt und das Schicksal der nun verwahrlosenden Agdal-Gärten wiederholte sich erneut, ehe im 19. Jahrhundert damit begonnen wurde, die Gärten wieder herzustellen. Aus dieser Zeit stammt die heutige Form der Anlage sowie die Mauern, die die Gärten umgeben.

Einen Eindruck davon, wie schön es in den Agdal-Gärten ist, vermittelt dieses Video:

Fazit

Die zum Weltkulturerbe der UNESCO zählenden Agdal-Gärten bilden die größte Parkanlage in Marrakesch und haben eine bewegte Geschichte zwischen Verwahrlosung und Wiederaufbau hinter sich. Wer hier einen paradiesischen Ort wie den Jardin Majorelle erwartet, wird jedoch enttäuscht werden, denn die weitläufige Anlage ist eher ein großen Oliven-, Granatapfel- oder Orangenhain als ein klassischer Garten. Auf dem Areal gibt es leider so gut wie keine Ruhemöglichkeit in Form von Bänken oder dergleichen. Trotzdem kann man sich hier auf einem ausgedehnten Spaziergang vom Trubel der Medina erholen und bei guter Sicht die Silhouette des Hohen Atlas bewundern.

Standort:

Die Agdal-Gärten liegt etwa drei Kilometer südlich der Medina außerhalb der Stadtmauern und sind am einfachsten über die Rue Sidi Mimoun zu erreichen. Wer sich die halbe Stunde Fußmarsch ersparen will, fährt die Strecke mit einem Petit Taxi (15-20DH).

Öffnungszeiten:

  • Teile der Gärten sind am Freitag und am Sonntag öffentlich zugänglich.

Eintritt:

  • frei